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UmweltschützerInnen fordern EU-weite Sofortmassnahmen zum Schutz der Artenvielfalt und der heimischen Landwirtschaft anstelle von blindem Biotech-Aktionismus

 

Wien (25. Februar 2009). Anlässlich der Veröffentlichung einer neuen Studie der Universität Mexiko-Stadt in der Fachzeitschrift „Molecuar Ecology“ warnt die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 vor der unkontrollierten Ausbreitung der Gentechnik in der Landwirtschaft. Das ForscherInnen-Team um die Molekularbiologin Elena Alvarez-Buylla untersuchte nahezu 2000 Maisproben aus der Region Sierra Juares. Das Ergebnis: Etwa ein Prozent war mit dem Erbgut aus Gentech-Mais verunreinigt. „Obwohl im Ursprungsland des Mais seit 1998 das Ausbringen von Gentech-Saatgut gesetzlich verboten ist, ist er trotzdem auf die Felder gelangt. Das beweist das Unkontrollierbare dieser Risikopflanzen und entlarvt jedwedes Gerede von Koexistenz, also dem Nebeneinander von Gentech-Pflanzen und normaler Landwirtschaft, als beschwichtigende Floskel ohne Wahrheitsgehalt. Gentechnik gehört nicht auf die Felder. Wer ihren Anbau legalisiert, fördert ein nicht zu kalkulierendes Risiko“, warnt Jens Karg, Gentechniksprecher der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Jens Karg weiter: „Oberste Priorität der Politik muss es nun sein, verbindliche Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt, der natürlichen genetischen Ressourcen und der herkömmlichen Landwirtschaft, sowie des Biolandbaus zu setzen.“ Dem Versuch der EU-Kommission, unter anderen Österreich dazu zu zwingen, den Anbau des Monsanto-Mais MON810 zuzulassen, ist mit aller Schärfe zu begegnen. Gerade bei Mais ist die österreichische Landwirtschaft durch Kontamination gefährdet, deshalb müssen ein generelles Verbot durchgesetzt werden und die Biotech-Konzerne durch klare Haftungsregelungen für eventuelle Schäden in die Verantwortung genommen werden.

Die mexikanische Studie belegt das Ergebnis einer kontrovers diskutierten Studie zweier amerikanischer Wissenschaftler aus dem Jahre 2001. David Quist und Ignacio Chapella hatten im abgelegenen mexikanischen Bergland gentechnisch verändertes Erbgut in traditionellen Maissorten gefunden und damit einen Wissenschaftsstreit ausgelöst. Ihre Studie wurde von einer Welle der Kritik durch gentechnikfreundliche ForscherInnen überzogen, bis sich schließlich der für die Veröffentlichung zuständige Redakteur der Zeitschrift „Nature“ distanzierte. Die aktuelle Untersuchung gibt den Forschern acht Jahre später recht.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26 und Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, E-Mail.: presse@global2000.at
GLOBAL 2000 Gentechniksprecher: Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20, E-Mail: jens.karg@global2000.at