GLOBAL 2000 nimmt heute an der Konferenz  „Nuclear Energy Conference 2014“ in Prag teil, eine wichtige österreichische Intitiative zur Sicherheit der heimischen Bevölkerung. “Ökonomische Gründe führten vor kurzem zum Aus für Temelin, als bekannt wurde, dass die Regierung die geplanten Blöcke 3 und 4 nicht über eine fixe Einspeisegarantie stützen würde. In Folge wurde das Auswahlverfahren für die Reaktoren eingestellt. Gleichzeitig begannen jedoch heute die geologischen Untersuchungen für den Neubau des fünften Blockes am Standort Dukovany, nur 30 km von der österreichischen Grenze entfernt.“ Unter anderem soll gerade ein Monitoring des Grundwassers am künftigen Standort des 5. Blocks eingerichtet werden.

Sehr niedriges Sicherheitsniveau der vier veralteten Blöcke

In Dukovany sind bereits 4 Blöcke des VVER 400/213 in Betrieb und stellen durch ihr sehr niedriges Sicherheitsniveau eine enorme Gefährdung der Bevölkerung dar. Um diesen Standort zu halten, sollen jedoch nicht nur diese veralteten Blöcke um 10 bzw. 20 Jahre im Betrieb verlängert werden, sondern noch ein weiterer Block gebaut werden, der in etwa 2025 in Betrieb geht und dann 60 Jahre laufen könnte. 

Von Tschechien weit unterschätzt: Seismische Gefährdung und Bedarf für Kühlwasser 

Patricia Lorenz, Atomsprecherin von GLOBAL 2000: „Zu den größten Problemen dieses Standortes gehören eine von der tschechischen Seite stets unterschätzte seismische Gefährdung und zu wenig Wasser für den hohen Bedarf, vor allem an Kühlwasser. Diese Probleme gelten auch für einen neuen Block. Wir werden uns gegen ein weiteres nukleares Risiko an unserer Grenze wehren.“ 

Umweltverträglichkeitsprüfung wird vorbereitet

Anscheinend wird bereits die Umweltverträglichkeitsprüfung vorbereitet, die grenzüberschreitend und somit unter Beteiligung von Österreich durchgeführt werden müsste. Die Finanzierung ist noch intransparent, jedoch sprechen Gerüchte davon, dass ein Staatsunternehmen gegründet werden soll, um die Kosten auf den Steuerzahler abwälzen zu können.