Badeteich kontaminiert, Pestizidrekord in Hausbrunnen, Leitungswasser sauber

Wien (19. November 2012) – Die von GLOBAL 2000 in Kooperation mit der Lebensmittelversuchsanstalt (LVA) Klosterneuburg durchgeführte Wassertest-Aktion, die es besorgten BrunnenbesitzerInnen in Korneuburg ermöglichte, gratis ihr Grundwasser auf die Pestizide Thiamethoxam und Clopyralid untersuchen zu lassen, erbrachte teilweise überraschende Ergebnisse. Helmut Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL 2000, fasst zusammen: „In 33 von 80 untersuchten Grundwasserproben ließen sich Pestizide nachweisen. Das alarmierendste Ergebnis ist, dass die Pestizidkontamination offensichtlich den ersten kleinen Badeteich, der 200 Meter südwestlich des bislang sauberen Badeteichs Bisamberg liegt, erfasst hat. Auch wurde in einem Hausbrunnen rund 300 Meter nördlich davon eine neue Rekordbelastung durch Clopyralid festgestellt, die mit 109 Mikrogramm pro Liter mehr als tausendfach über dem Pestizidgrenzwert liegt.“ Vielen BrunnenbesitzerInnen konnten wir aber auch die beruhigende Nachricht überbringen, dass in ihrem Hausbrunnen noch keine Pestizide gefunden wurden, da dieser außerhalb der Kontaminationsfahne liegt.“ Eine detaillierte Übersicht über die einzelnen Pestizidbelastungen und die räumliche Verteilung der rund 80 Wasserproben bieten die Übersichtskarten:

PDF icon2012: Korneuburg-Karte - Nachweis von CLOPYRALID

PDF icon2012: Korneuburg-Karte - Nachweis von THIAMETOXAM

Gute Nachrichten gibt es auch für das Korneuburger Trinkwasser. Denn einige TestteilnehmerInnen wollten es genau wissen, und schickten uns auch Leitungswasser zur Untersuchung auf Thiamethoxam und Clopyralid. Die Ergebnisse waren erwartungsgemäß negativ. Andere Ergebnisse bedürfen noch einer genaueren Überprüfung. So ist zu prüfen, ob scheinbar unbelastete Grundwasserproben innerhalb der Kontaminationsfahne in Wirklichkeit missverständlich deklarierte Leitungswasserproben darstellen. Rätselhaft sind auch die beiden Brunnenproben aus Leobendorf, die deutlich stromaufwärts des Ausgangspunktes der Kontamination, nämlich der Firma Kwizda liegen, und Thiamethoxam, nicht aber Clopyralid enthalten. „Was uns die Ergebnisse jedenfalls klar und deutlich aufzeigen, ist die Dringlichkeit von zielgerichteten und wirkungsvollen Maßnahmen, um die weitere Ausbreitung der Grundwasserkontamination zu stoppen“, ist Burtscher überzeugt. „Denn jedes dermaßen pestizidbelastete Oberflächengewässer ist eine massive Beeinträchtigung des regionalen Ökosystems.“

Um noch offene Fragen abzuklären, wird die Wassertest-Aktion von GLOBAL 2000 und der LVA noch ein weiteres Mal verlängert. Bis zum 25. November haben Interessierte noch die Möglichkeit, sich per E-Mail unter office@global2000.at anzumelden!