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Atommüll-Problem in Tschechien bleibt völlig ungelöst

Wien (14. Juli 2008). Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 kritisiert die Vorstöße der tschechischen Atomlobby zum Ausbau des Atomkraftwerks in Temelin scharf. „Die Nutzung der Atomkraft ohne ein Endlager ist wie Fliegen ohne Landebahn! Die Suche nach einem Endlager-Standort steht in Tschechien still, nicht zuletzt aufgrund des massiven Widerstands der Bevölkerung der betroffenen Regionen. Trotzdem will die tschechische Atomlobby das Atommüll-Problem massiv vergrößern und zwei neue Mega-Reaktoren am Standort Temelin bauen", so Silva Herrmann, Anti-Atom-Sprecherin von GLOBAL 2000. Die Umweltschutzorganisation fordert die österreichische Bundesregierung auf, unverzüglich offiziell gegen den Ausbau zu protestieren und sich von Anfang an in den UVP-Prozess mit klaren Positionen und Anforderungen einzubringen.

GLOBAL 2000 sieht auch eine klare Mitverantwortung Österreichs an den Begehrlichkeiten der Atomlobby: Das AKW Temelin produziert für den Stromexport und Österreich importiert mehr und mehr Atomstrom aus Tschechien. „Die Bundesregierung legt die Hände in den Schoß: Der Stromverbrauch in Österreich wächst seit Jahren drastisch an. Mittlerweile hat Österreich den fünfthöchsten Pro-Kopf-Stromverbrauch in der EU. Das Ökostromgesetz zum Ausbau Erneuerbarer Energien wird seit Jahren immer wieder blockiert. Diese scheinheilige Doppelmoral muss ein Ende haben, damit Österreichs Antiatompolitik wieder wirksam werden kann," sagt Herrmann.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Anti-Atomsprecherin: DI Silva Herrmann, Tel.: 0699/14 2000 17
GLOBAL 2000 Presse: Mag. Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, E-Mail: pressse@global2000.at