Internationaler Protesttag gegen "Belo Monte" Kraftwerk: UmweltschützerInnen kämpfen weltweit für den Erhalt des Regenwaldes

Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 protestierte heute vor der brasilianischen Botschaft gegen das Belo Monte Staudamm-Projekt - gemeinsam mit zahlreichen Menschenrechts- und Umweltschutzorganisationen weltweit. Der Belo Monte Staudamm am Xingú-Fluss im Herzen des Amazonasgebietes wurde nach jahrelangen Kontroversen und Diskussionen im Januar 2010 von der brasilianischen Regierung zum Bau freigegeben, mittlerweile wurde bereits mit Rodungen begonnen. Seither verschärft sich der Widerstand der betroffenen indigenen Völker, sowie von Menschenrechts- und Umweltschutzorganisationen weltweit. Der umstrittene Kraftwerksbau wird der drittgrößte Staudamm der Welt, er soll Strom für die wachsende Wirtschaft des Landes erzeugen - zu einem hohen Preis: Riesige Flächen des brasilianischen Regenwaldes sind gefährdet und bis zu 40.000 Menschen müssen umgesiedelt werden. Das Vorgehen der brasilianischen Regierung, die das Projekt trotz weitreichender Widerstände genehmigt hat, verstößt gegen Menschenrechte und brasilianische Gesetzgebung.

Lisa Kernegger, Ökologin bei GLOBAL 2000, erklärt: "Durch dieses Wahnsinnsprojekt geht eine riesige Regenwaldfläche unwiederbringlich verloren. Zehntausende Hektar werden gerodet, und die periodischen Überschwemmungen im restlichen umgebenden Wald werden der Geschichte angehören. Diese sind aber für Flora und Fauna lebenswichtig. Viele Tierarten, sowohl im Wasser als auch im Wald, sind dann vom Aussterben bedroht. Der Preis für diesen Staudamm ist einfach zu hoch." Doch nicht nur die Umwelt, auch die dort lebenden Menschen sind in höchster Gefahr, wie Christina Schröder von Südwind erklärt: "Für Belo Monte werden wirtschaftliche Interessen ganz klar vor die der Menschen gestellt. Zigtausende Indigene und Kleinbauernfamilien müssen um ihre Existenz fürchten. Während die Bauarbeiten voranschreiten, werden die sozialen Auswirkungen in der Stadt Altamira bereits sichtbar. Menschen aus anderen Teilen des Landes ziehen auf der Suche nach Arbeit zu, die Mieten steigen, um Entschädigungen und gegen Umsiedelungen wird gekämpft. Es droht ein soziales Chaos - Das ist menschenunwürdig."

Die Aktivisten von GLOBAL 2000 sowie von Südwind, die vor der brasilianischen Botschaft im vierten Wiener Gemeindebezirk protestierten, waren Teil eines internationalen Aktionstages. Weltweit kam es am heutigen 22. August zu Protesten gegen das umweltzerstörerische Megaprojekt der brasilianischen Regierung. In Sao Paolo selbst wurde am vergangenen Samstag eine Großdemonstration organisiert. Heute wurde unter anderem vor den Botschaften in Canberra (Australien), Toronto (Kanada), Teheran (Iran), New York (USA) sowie in mehreren europäischen Städten der Widerstand gegen Belo Monte lauthals kundgetan.

Auch ein österreichisches Unternehmen schlägt aus Belo Monte Gewinn: Die in Graz ansässige Andritz AG liefert in einem Konsortium mit der französischen Alstrom und der deutschen Voith-Siemens die technische Ausrüstung für den Bau des Dammes. "Belo Monte ist ein Gewaltakt gegen die Natur und die indigenen Völker des Xingu-Flusses. Ein österreichisches Unternehmen wie die Andritz AG darf sich an diesem höchst problematischen Projekt nicht beteiligen", fordert Kernegger. GLOBAL 2000 fordert: Die Andritz AG muss sich sofort aus den umstrittenen Projekten in Amazonien zurückziehen. "Der Bau von Belo Monte ist ganz allgemein ein umwelt- und lebensraumzerstörendes Projekt in einem selten gesehenen Ausmaß. Anstatt die Umwelt und den Lebensraum der Völker vor Ort zu bewahren, nimmt Österreich auch noch regen Anteil an dessen Zerstörung," erklärt Kernegger abschließend.

 

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