Neue Studie zeigt: Kein Land in der EU ist weiter von Klimaschutz-Zielen entfernt

(Wien, 14. Oktober 2010). Eine brandneue Studie der Europäischen Umweltagentur belegt, Österreich ist innerhalb der Europäischen Union am weitesten vom Erreichen der Klimaschutz-Ziele entfernt. EU-weit sind die Emissionen gegenüber 1990 um 17,3 Prozent gesunken. Damit reicht man schon heute nahe an das Ziel heran, 20 Prozent der CO2-Emissionen bis 2020 zu reduzieren. „Nur drei Länder in der Union erfüllen ihre Kyoto-Ziele nicht. Die rote Klimalaterne geht eindeutig an Österreich, das ist beschämend für das vermeintliche Umweltmusterland“, kommentiert Johannes Wahlmüller, Klimaschutz-Experte der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000, die Studienergebnisse.

Österreich ist das Land, das laut dieser Studie, am weitesten von den Kyoto-Zielen entfernt ist. Selbst wenn alle CO2-Zertifikatsstrafzahlungen und der Zuwachs an Wald als Klimaschutzmaßnahme eingerechnet werden, bleibt noch eine klare Zielverfehlung von acht Prozent. „Wir brauchen jetzt ein Klimaschutzgesetz, mit dem sichergestellt wird, dass Österreich wieder auf Zielkurs kommt. Bund und Länder müssen sich auf dieses Wichtige Instrument endlich einigen, sonst muss noch mehr Geld für Strafzahlungen anstatt für echten Klimaschutz aufgewendet werden. 530 Millionen Euro an Steuergeldern wurden bereits bisher in den Zukauf von CO2-Zertifikaten gesteckt, jetzt droht die nächste Belastungswelle für die SteuerzahlerInnen“, so Wahlmüller.

UmweltschützerInnen fordern Paket für thermische Sanierung

Die Mittel, die derzeit in Strafzahlungen fließen, werden laut UmweltschützerInnen dringend benötigt, beispielsweise für thermische Sanierung. „Mit einer Gebäudesanierungsoffensive könnte die Bundesregierung Nägel mit Köpfen machen und Klimaschutzmaßnahmen umsetzen, die den Menschen in Österreich auch wirklich etwas bringen. Sanieren statt Strafe zahlen, muss jetzt das Motto lauten. 300 Millionen Euro sollten jährlich in eine Neuauflage des Sanierungsschecks fließen – damit könnten tausende Arbeitsplätze geschaffen werden, 700.000 Wohnungen würden bis 2020 saniert und zwei Mio. Tonnen CO2 eingespart“, so Johannes Wahlmüller.GLOBAL 2000 ortet durch diese Maßnahme sogar eine Entlastung für den Finanzminister. Eine Studie des österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt auf, dass der Sanierungsscheck als Konjunkturmaßnahme im vergangenen Jahr etwa 82 Millionen Euro gekostet, über indirekte Steuereffekte aber 485 Millionen Euro eingespielt hat. „Ein klares Erfolgsrezept – gerade in schwierigen Zeiten. Die Regierung wäre gut beraten verbindliche Klimaschutzmaßnahmen jetzt in das Budget bis 2013 einzuplanen, das spart CO2 und Steuergeld“, so Wahlmüller abschließend.

 

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