Heute wird Petition zum Verbot der Schiefergasförderung im Parlament behandelt

Wien, 31.5.2012: Heute wird im parlamentarischen Petitionsausschuss die Petition für ein Verbot der Förderung von Schiefergas behandelt. Es geht dabei um die hochriskante Fördertechnologie des so genannten „Fracking“: Gestein wird unter hohem Druck und unter dem Einsatz von Millionen Liter Wasser, denen ein giftiger Chemikaliencocktail beigemischt ist, weit unter der Erde aufgebrochen. Fracking hat in anderen Ländern wie den USA bereits schwerste Umweltschäden angerichtet, nun wird im Ausschuss das Verbot diskutiert.

Seit Bekanntwerden der Förderpläne der OMV sind im Weinviertel zahlreiche Bürgerinitiativen entstanden, die sich um eine gesunde Umwelt sorgen. GLOBAL 2000 unterstützt diese Initiativen und fordert ein Verbot der Technologie. Eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung ist zwar ein Fortschritt, denn bis dato würde den Projektwerbern ein Bescheid des Wirtschaftsministeriums reichen, aber auch dann bleiben viele Risiken unklar. Johannes Wahlmüller, Energiesprecher von GLOBAL 2000, erklärt: “Es bestehen viele Risiken, die nicht ausgeschlossen werden können. So können Risse in Gesteinsformationen entstehen, durch die das Gas unvorhersehbare Wege finden könnte – auch bis ins Grundwasser. Auch aus Klimaschutzgründen dürfen wir nicht einfach alle fossilen Energiequellen verbrennen, die wir fördern können. Erst vergangene Woche hat die Internationale Energieagentur gewarnt, dass die Chance, die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, immer kleiner wird.“

Fracking ist in anderen Ländern wie Bulgarien und Frankreich bereits verboten. Kürzlich hat Vermont als erster US-Bundesstaat ein Verbot dieser Technologie beschlossen: „In den USA ist das ein wichtiger symbolischer Schritt, aber auch viele andere europäische Länder gehen voran: Nach dem Lizenzentzug an Chevron in Bulgarien werden nun Moratorien in Tschechien und Rumänien überlegt. Auch in England ist es nach Erdbeben, die wahrscheinlich durch Fracking ausgelöst wurden, zu einer Nachdenkpause gekommen“, erzählt Wahlmüller.

Der GLOBAL 2000-Energiesprecher fordert abschließend: „Auch in Österreich soll Schiefergas dort bleiben, wo es keinen Schaden anrichten kann – im Boden. Umweltminister Berlakovich und Wirtschaftsminister Mitterlehner sollen deshalb rasch ein entsprechendes Gesetz ausarbeiten. Anstatt die Umwelt derartig zu gefährden, soll man auf erneuerbare Energie und Energieeinsparungen setzen. Wir können heute problemlos Windräder aufstellen und Passivhäuser bauen oder Gebäude auf ambitionierte Standards sanieren – wenn wir das tun, werden wir wirklich unabhängig von Öl- und Gaskonzernen - egal ob sie OMV oder Gazprom heißen - und leisten einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz.“