PRESSEINFORMATION

Industrie blockiert weiter Klimaschutz

Wien (18. Februar 2008) Anlässlich der heutigen Pressekonferenz der Industriellenvereinigung und WKÖ widerspricht die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 den Darstellungen der Industrie entschieden: „Die Vorgaben der EU-Kommission für den österreichischen Klimaschutz sind äußerst schwach. Denn die EU-Kommission fordert von Österreich lediglich, die Emissionen bis 2020 auf dem Niveau von 1990 zu stabilisieren. Andere Länder in der EU dagegen werden ihre Emissionen massiv senken."

Die EU erlaubt Österreich damit sogar, seine Treibhausgas-Emissionen nach 2010 wieder zu steigern. Diese absurde Situation kommt wie folgt zustande: Österreich muss bis 2010 seine Treibhausgas-Emissionen um 13 Prozent gegenüber 1990 verringern. Bis 2005 sind aber die Emissionen bereits um dramatische 18 Prozent gestiegen. Die EU schlägt nun eine Reduktion um 16 Prozent gegenüber 2005 vor, geht also von einem viel höheren Wert aus. Zusammen mit den Reduktionsvorgaben für die Industrie bedeutet das, dass Österreich bis 2020 die Emissionen wieder auf das Niveau von 1990 ansteigen lassen darf.

GLOBAL 2000 Klimasprecherin Silva Herrmann stellt klar. „Die Industrie verweigert weiter Klimaschutz! Sie hat keineswegs ihre Hausaufgaben gemacht. Die Hälfte der österreichischen CO2-Emissionen werden durch die Industrie verursacht!"

Die aktuellen Zahlen des Umweltbundesamtes zur Treibhausgas-Emission Österreichs zeigen nach der Analyse der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 deutlich, dass die Industrie ihre Verantwortung im Klimaschutz weiterhin nicht wahrnimmt. „Mit einer Steigerung von insgesamt 1,5 Prozent ist der Industriesektor der einzige große Bereich, der seine Emissionen noch gesteigert hat“, so Silva Herrmann, Klimasprecherin von GLOBAL 2000. Insgesamt wird die Hälfte der österreichischen CO2-Emissionen durch die Industrie verursacht, was aus der Treibhausgas-Bilanz nicht sofort ersichtlich ist. Zu den ausgewiesenen 27,8 Prozent kommen noch die industriell verursachten Emissionen aus Verkehr, Energieproduktion und technischen Gasen (z.B. fluorierte Gase). Die verbleibende Last der CO2-Minderung wird damit vor allem den KonsumentInnen aufgebürdet.


Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Mag. Ruth Schöffl 0699/14 2000 19, presse@global2000

GLOBAL 2000 Klimasprecherin: DI Silva Herrmann 0699/14 2000 17