"Wunder von Korneuburg" bahnt sich an

Wien/Korneuburg, 8. 2. 2013: Die Trinkwasseraufsicht des Landes Niederösterreich hat fünf der 20 Eiswürfelproben, die GLOBAL 2000 vor einigen Monaten am Umweltbundesamt hat testen lassen, einer zweiten Untersuchung durch die AGES zugeführt. Die ersten zwei von fünf Ergebnissen liegen GLOBAL 2000 nun vor und sorgen für große Verwunderung: In den selben Proben, in denen das Umweltbundesamt noch im November grenzwertüberschreitende Belastungen durch das Pestizid Clopyralid vorgefunden hatte, konnte die AGES scheinbar keine Pestizide nachweisen. Dies geht aus dem Schreiben der Niederösterreichischen Landesregierung an zwei Trinkwasserbezieher aus Bisamberg hervor. Jene zwei Privathaushalte hatten zuerst GLOBAL 200 und dann der Trinkwasseraufsicht ihre Eiswürfelproben für Untersuchungszwecke zur Verfügung gestellt.

Helmut Burtscher, Umweltchemiker bei GLOBAL 2000, ist verwundert: "Beide Proben zeigten bei der Untersuchung durch das Umweltbundesamt noch Grenzwertüberschreitungen mit bis zu 0,16 µg/l Clopyralid an - und jetzt sind laut AGES dieselben Proben frei von Pestizidrückständen. Es scheint, als bahne sich rechtzeitig vor der niederösterreichischen Landtagswahl ein neues Wunder von Korneuburg an."

Anlass für die Eiswürfeluntersuchungen von GLOBAL 2000 im November des Vorjahres war die Erkenntnis durch die Umweltschutzorganisation, dass das im September 2012 gesperrte Brunnenfeld Bisamberg der EVN inmitten der durch den Pestizidhersteller Kwizda verursachten Kontaminationsfahne liegt. Bis zur Schließung versorgte das Brunnenfeld Bisamberg rund 50.000 Menschen in Russbachtal mit Trinkwasser. Die von GLOBAL 2000 beauftragten Untersuchungen von Eiswürfelproben belegten schließlich, dass das Pestizidkontaminat des Korneuburger Grundwassers auch zu einer Verunreinigung des Trinkwassers geführt hatte - anders als von der BH Korneuburg behauptet. 15 von 20 der untersuchten Proben enthielten damals das Pestizid Clopyralid, 13 davon über dem gesetzlichen Grenzwert.