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BM Pröll muss neue wissenschaftliche Erkenntnisse nutzen und Gentech-Moratorium fordern

Wien (13. November 2008). Anlässlich der vorgestern präsentierten und erst gestern Nachmittag veröffentlichten Studie über biologische Auswirkungen des Gentech-Mais NK603xMON810 als Futtermittel startet GLOBAL 2000 mit seinem Netzwerk Friends of the Earth eine europaweite Offensive zur umfassenden Reform des Zulassungsvefahrens von Gentech-Pflanzen. Die österreichischen UmweltschützerInnen fordern Bundesminister Pröll auf, das zögerliche Verhalten in dieser Causa zu beenden und klare Worte zu sprechen. „Wir sind sehr verwundert, dass eine vom Lebensministerium mitbeauftragte Studie, die Risiken von Gentech-Maissorten belegt, von Minister Pröll nicht kommentiert wird. Das einzige offizielle Statement ist eine „Klarstellung“ der AGES, die einem Runterspielen der wissenschaftlichen Erkenntnisse gleich kommt“, so Jens Karg, Gentechnik-Sprecher von GLOBAL 2000.

Das österreichische WissenschaftlerInnen-Team hat drei Versuchsdesigns durchgeführt, einen 24 Monate-Fütterungsversuch, eine Mehrgenerationen-Studie und eine Reproduktionstoxizitätsstudie. Zwei dieser Versuche haben statistisch signifikante Veränderungen bei den Versuchstieren festgestellt. Zum einen bei der Fruchtbarkeit und zum anderen bei den Organgewichten. Für die Sicherheitsbewertung als Futter- und Lebensmittel des NK603xMON810 durch die EFSA wurde aber vorausgesetzt, dass dieser Mais genau so sicher ist, wie die Einzelvarianten NK603 und MON810, aus denen er besteht. Allerdings basiert die europäische Risiko-Bewertung des MON810 als Lebens- und Futtermittel im Wesentlichen auf einer 90-Tage Fütterungsstudie an Hühnern und hat damit eine deutlich geringere wissenschaftliche Basis. „Um die Unbedenklichkeit von Gentech-Pflanzen als Lebens- und Futtermittel zu belegen, akzeptiert man eine 90 Tage Fütterung von Hühnern, bei der man keine Veränderungen festgestellt hat. Wir haben jetzt mehrere Versuchsdesigns, die Veränderungen darstellen und diese sollen eine geringere Aussagekraft haben. Mit Logik hat das nicht viel zu tun“, so Jens Karg.

GLOBAL 2000 fordert Minister Pröll auf, dafür Sorge zu tragen, dass die österreichische Studie in einem Wissenschaftsjournal publiziert wird, nur dann wird sich ihre wissenschaftliche Relevanz in der Debatte niederschlagen. Weiter fordern die UmweltschützerInnen auf Grund der neuen Erkenntnisse das Gentech-Zulassungsverfahren einer radikalen Reform zu unterziehen und bis zur Klärung der möglichen Gesundheitsauswirkungen auf Menschen und Tiere, sowie der Umweltauswirkungen ein Einfrieren aller bestehenden Zulassungen.


Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19 und Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26, E-Mail.: presse@global2000.at

GLOBAL 2000 Gentechnik-Sprecher Jens Karg: Tel.: 0699/14 2000 20