Forderung nach Rücknahme des Unbedenklichkeitsgutachtens bleibt aufrecht!

Wien, 30.1.2013: Im Rahmen einer von GLOBAL 2000 veranstalteten Pressekonferenz wurden gestern neue Untersuchungsergebnisse zum Korneuburger Grundwasser präsentiert. Das untersuchte Grundwasser ist bis zum tausendfachen des Pestizidgrenzwerts mit Pestiziden und anderen Schadstoffen belastet. Die an der Fachhochschule Technikum Wien durchgeführten Untersuchungen lieferten Hinweise auf eine Gesundheitsgefährdung bei der Nutzung als Trinkwasser. Dieses Ergebnis steht in Widerspruch zu einem Gutachten der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), welches dem Wasser Unbedenklichkeit bescheinigt .

Die AGES-Reaktion auf diese neuen Untersuchungsergebnisse enthält falsche Tatsachenbehauptungen (http://www.ages.at/ages/presse/pressemeldungen/risikobewertungen-der-age...).

GLOBAL 2000 stellt hiermit folgende Punkte richtig:

1.) Die AGES behauptet, bei den im Rahmen der Pressekonferenz präsentierten neuen Untersuchungsergebnissen zum Korneuburger Grundwasser handle es sich um eine (Zitat) : "Masterarbeit": Global 2000-"Studie".

Das ist unrichtig. Die Untersuchungen des Korneuburger Grundwassers wurden von der Stadt Korneuburg beauftragt und an der Fachhochschule Technikum Wien durchgeführt. GLOBAL 2000 war weder an der Beauftragung der Untersuchungen noch an deren Durchführung in irgendeiner Weise beteiligt.

2.) Weiters unterstellt die AGES Folgendes (Zitat): „Wie die Studienautoren selbst festhalten, konnte kein kausaler Zusammenhang zwischen den Konzentrationen von Thiamethoxam und Clopyralid und den Ergebnissen der Tests an den Zellkulturen hergestellt werden. Die verwendeten einfachen Labortests an Zellkulturen erlauben überdies keine Aussage über eine potenzielle hormonelle Wirksamkeit.”

Das ist ebenso unrichtig. In dem gestern veröffentlichten Untersuchungsbericht der FH Technikum wird festgehalten: “Hingegen wurde mit der Zellinie T47D ebenfalls eine signifikante inverse Korrelation zwischen der Wachstumshemmung dieser Zelle und der Konzentration von Thiamethoxam in den Wasserproben (r=-0,62) gefunden. Diese Korrelation konnte für Clopyralid nicht nachgewiesen werden. Da die Zellinie T47D neben toxischen Wirkungen vor allem endokrin disruptive Effekte registriert (5), liefert dieses Ergebnis Hinweise auf endokrin disruptive Effekte von Thiamethoxam."

Helmut Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL 2000, stellt dazu fest: “In Anbetracht dieser Fehlinterpretationen muss davon ausgegangen werden, dass die Aussendung der AGES ohne ausreichende Kenntnis der Presseaussendung von GLOBAL 2000 und - was noch viel bedauerlicher ist – auch ohne sorgfältiges Studium des Untersuchungsberichts der FH Technikum getätigt wurde.“

Unter diesem Aspekt darf die von der AGES getätigte Aussage, an ihrem humantoxikologischen Gutachten festhalten zu wollen, als voreilig angesehen werden. Die dringende Forderung von GLOBAL 2000 an die AGES, ihr Unbedenklickeits-Gutachten rasch zu korrigieren, bleibt aufrecht.