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Keine Pestizide auf Bio-Obst und Bio-Gemüse nachweisbar – Regionale Bio-Produkte sind besonders klimaschonend

Wien (14. März 2007). Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 testete stichprobenartig beliebtes Obst und Gemüse aus Supermärkten, Diskontern und aus Biofachgeschäften auf Pestizidrückstände. Dafür wurden jeweils aus biologischer als auch aus konventioneller Produktion Paprika, Äpfel, Vogerlsalat, Tomaten und Orangen eingekauft und miteinander verglichen. Analysiert wurden die Proben durch die staatlich anerkannte Lebensmittelversuchsanstalt Wien. Das erfreuliche Ergebnis: Auf Bio-Obst und Bio-Gemüse wurden keine Pestizidrückstände entdeckt. Sowohl die Ware aus Biofachgeschäften als auch die Bio-Eigenmarken der großen Supermärkte waren pestizidfrei. Weniger erfreulich ist das Testergebnis der konventionellen Produkte: In fast allen konventionell erzeugten Produkten des Stichprobentestes - Ausnahme war eine Apfelprobe - waren Pestizidrückstände vorhanden. Auf der Paprika-Probe wies das Labor sogar einen Cocktail von sieben unterschiedlichen Pestiziden nach. Lisa Kernegger, Pestizid-Expertin von GLOBAL 2000: „Der Test hat aufgezeigt, dass auf Bio Verlass ist. Es ist erfreulich, dass biologische Produkte heute sowohl in Biofachgeschäften als auch in fast allen Supermärkten und Diskontern angeboten werden und so breiten Teilen der Bevölkerung zugänglich sind.“

Eine Auswertung aller Tests, die GLOBAL 2000 in den vergangenen fünf Jahren durchgeführt hat, zeigt, dass 82 Prozent der Paprika-Proben, 66 Prozent der Apfel-Proben, 67 Prozent der Orangen, 56 Prozent des Salates und 69 Prozent der Tomaten aus konventionellem Anbau mit Pestizidrückständen belastet waren. Bei jedem dreizehnten Produkt liegt sogar eine Überschreitung der gesetzlichen Höchstwerte vor. „Besonders problematisch stufen wir die Summenbelastungen ein, die immer wieder nachgewiesen werden. Wir finden bis zu elf unterschiedliche Pestizidwirkstoffe auf einer Probe“, so Kernegger weiter. Diese Pestizidcocktails sind leider die Regel und gesetzlich erlaubt. Es gibt noch immer keine gesetzliche Handhabe, die die Zahl der eingesetzten Pestizidwirkstoffe zu deckeln. Gesundheitliche Langzeitwirkungen solcher Giftgemische sind schwer einschätzbar und nicht auszuschließen. Somit sind die KonsumentInnen sogar dann, wenn alle Gesetze klar eingehalten werden, einem Risiko ausgesetzt.

„Wer auf Pestizidcocktails verzichten und auf Nummer sicher gehen möchte, sollte zu biologisch erzeugtem Obst und Gemüse greifen. Dadurch schont man die Gesundheit und die Umwelt und trägt zu einer Entlastung des Grundwassers und des Bodens bei. Darüber hinaus sind Bio-Produkte aus regionaler Produktion besonders klimaschonend“, so Kernegger abschließend.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000, Lisa Kernegger 01/812 57 30 - 55, Andreas Baur 0664/103 24 23, Lydia Matzka, 0699/14 2000 26
andreas.baur@global2000.at