Wissenschaftlich belegt: EU kann Treibhausgase bis 2020 um 40 Prozent reduzieren - notwendiger Klimaschutz technisch und finanziell machbar - UmweltschützerInnen fordern Taten statt Ausreden

Wien (1. Dezember 2009). Die EU kann ihr Ziel, die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren, auf 40 Prozent verdoppeln. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie des Stockholmer Umweltinstitutes, die im Auftrag der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 erstellt wurde. „Nach diesen Erkenntnissen können wirtschaftliche Kosten und technische Machbarkeit nicht mehr länger von PolitikerInnen als Ausrede für Untätigkeit benutzt werden“, so Manual Graf, Klimaexperte von GLOBAL 2000. „Um die Chance einigermaßen zu wahren, dass der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur unter zwei Grad bleibt, müssen die industrialisierten Länder ihre Emissionen um mindestens 40 Prozent bis zum Jahr 2020 reduzieren. Diese Studie zeigt, dass dieses Ziel in der EU ohne den Zukauf von fragwürdigen Verschmutzungs-Zertifikaten erreichbar ist.“

Klimaschutz ist ohne Zukauf von Verschmutzungszertifikaten machbar

Die StudienautorInnen belegen die Möglichkeit die Emissionen der EU bis 2020 um 40 Prozent und bis 2050 um 90 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren - ohne den Zukauf internationaler Verschmutzungszertifikate, ohne Atomenergie, ohne Rückgriff auf fossile Brennstoffe und ohne Agrotreibstoffe für den Verkehr. Voraussetzungen hierfür sind eine massive Verbesserung der Energieeffizienz, ein beschleunigter Ausstieg aus fossilen Energien und der Ausbau der erneuerbaren Energien. Weiter weisen die WissenschaftlerInnen auf die Notwendigkeit hin, unseren energieintensiven Lebensstil zu verändern. In ihrem Szenario muss beispielsweise der Anteil der mit dem Auto zurückgelegten Strecken von heute 75 auf 43 Prozent aller Fahrten im Jahr 2050 reduziert werden.

Finanzbedarf liegt bei zwei Prozent des BIP

Die Studie schätzt den finanziellen Aufwand für die Jahre 2010 bis 2020 auf rund zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes über den selben Zeitraum. „Diese Kosten entsprechen einem rund einjährigen Nullwachstum mit normalen Wachstumsraten danach. Die potentiellen Kosten der Untätigkeit sind jedoch so groß, dass Nichtstun einen bedeutend unglaubwürdigeren und gefährlicheren Entwicklungspfad darstellt. Ein geringer Beitrag im Vergleich zu den Kosten und den Folgen eines ungebremsten Klimawandels“, so Graf. Die Industriestaaten haben die Verantwortung und die Kapazitäten, den Entwicklungsländern bei deren Klimaschutzbemühungen zu helfen. Der gerechte Beitrag der EU zur Unterstützung von Reduktions- und Anpassungsmaßnahmen liegt, gemäß Studie, im Jahr 2020 zwischen 150 und 450 Milliarden Euro pro Jahr. „Die politischen Aktivitäten müssen an das Ausmaß der Herausforderung und an die moralische Verantwortung der EU angepasst werden. Wir fordern die österreichische Regierung auf, sich innerhalb der EU aktiv für ein Reduktionsziel von 40 Prozent einzusetzen und zukünftig auf den Zukauf von Verschmutzungzertifikaten zu verzichten“, so Graf.

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Weitere Informationen: GLOBAL 2000 Presse: Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20, E-Mail: presse@global2000.at