UmweltschützerInnen fordern Abschied vom Plastiksackerl – auch Vorreiter dm lahmt bei der Umsetzung – "profil"-Umfrage zeigt, 73 Prozent der ÖsterreicherInnen für ein Plastiksackerl-Verbot

(Wien, 31. Januar 2011). Im Zuge des italienischen Verbots von Plastiksackerln schwappte die Diskussion über das Relikt der Wegwerfgesellschaft auch auf Österreich über. Laut einer aktuellen „profil“-Umfrage sind 73 Prozent der ÖsterreicherInnen für ein Plastiksackerl-Verbot. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat sich beim Handel umgeschaut und nach Initiativen gesucht, die umweltfreundliche Mehrweggebinde bewerben und auf das Problem der Einmal-Sackerl hinweisen. „Unser Test war ernüchternd, der Griff zum Plastiksackerl bei den großen Supermarkt-Ketten ist nach wie vor die Regel. Aufklärung über die Umweltfolgen oder einen Appell für Mehrweg-Gebinde fanden wir nirgends. Im Gegenteil, es wurden häufig sogar an der Kasse Gratis-Obst-Sackerln angeboten", bilanziert Jens Karg, Sprecher von GLOBAL 2000 die Erkenntnisse.

Auch der dm drogeriemarkt, bei dem nach Eigenaussage alle Zeichen auf 'Abschied vom Plastik-Sackerl' stehen, wurde getestet. „Bei 22 Einkäufen wurde 18 Mal gefragt, ob wir ein Gratissackerl wollen, zwei Mal wurde uns sogar ungefragt das Gratis-Sackerl aufgedrängt. Hier scheint die Initiative der Handelskette noch nicht bis zu den Verkäuferinnen vorgedrungen zu sein. Wir fordern die dm-Geschäftsführung auf, die begrüßenswerte Initiative für 'attraktive Mehrwegangebote' auch bis zur Kasse zu kommunizieren. Gerne helfen wir dabei“, so Karg.

In Österreich werden von den Geschäften jährlich bis zu 350 Millionen Plastiksackerln an die KundInnen abgegeben. Weltweit werden jährlich ca. 600 Milliarden Plastiksackerln hergestellt. Die meisten davon werden im Schnitt nicht einmal eine halbe Stunde lang benutzt, um dann im besten Fall auf Deponien zu enden, wo sie 100 bis 400 Jahre bleiben, ehe sie in sandkorngroße Teile zerfallen. Gänzlich auflösen kann sich das Plastik nicht. Verbrennen lässt es sich nicht gefahrlos. Dabei können je nach Zusatzstoffen klimaschädliche und giftige Substanzen wie Formaldehyd und Phenole freigesetzt werden.

„Auch der Direktor des UN-Umweltprogramms UNEP sagt, es gibt keine Rechtfertigung mehr, Einwegsackerln irgendwo zu produzieren, diese Erkenntnis muss nun endlich auch beim Umweltminister und im österreichischen Handel ankommen. Sei es durch ein Verbot, eine höhere Besteuerung oder auch durch Eigen-Initiative des Handels. GLOBAL 2000 wird sich weiter für ein Ende dieser Ressourcenverschwendung einsetzen“, so Karg.

Kontakt:

Jens Karg, Tel.: 0699 14 2000 20, Simonne Baur, Tel.: 0699 14 2000 23, presse@global2000.at