Keine Höchstwertüberschreitung! Zwei Teesorten mit Schalenbehandlungsmittel belastet, geringste Mengen sogar in einem Bio-Produkt – UmweltschützerInnen fordern Maßnahmen zur Qualitätssicherung

(Wien, 21. Mai 2010). Die Umweltschutzorgansiation GLOBAL 2000 hat Früchtetee auf Pestizidbelastungen untersucht. Zehn Produkte aus dem Handel wurden auf Rückstände von über 600 Pestiziden untersucht. 70 Prozent der Proben waren rückstandsfrei. „Früchtetee gilt vor allem für Kinder als gesunde Alternative zu gesüßten Fruchtsäften und Limonaden und beim überwiegenden Teil trügt der Schein auch nicht. Bei drei Tees sind wir allerdings auf Pestizidrückstände gestoßen. Bei einem fanden wir sogar vier unterschiedliche Wirkstoffe, drei davon werden zur Nachbehandlung von Orangen eingesetzt. Hier sehen wir dringenden Handlungsbedarf“, kommentiert Daniela Hoffmann, Pestizidexpertin von GLOBAL 2000 die Ergebnisse. Laut der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit sind derart behandelte Orangenschalen nicht für den Verzehr geeignet.

Schlechte Analyseergebnisse bei Mag. Kottas und Willi Dungel

Die schlechtesten Analyseergebnisse lagen bei „Früchtetraum natur“ von Mag. Kottas vor. Auf dem Etikett und der Verpackung wird das Produkt als naturbelassen bezeichnet und der Eindruck vermittelt, es handle sich um ein Produkt mit besonders strengen Qualitätsrichtlinien. „Wir fordern Mag. Kottas auf, umgehend alle derart belasteten Tees aus dem Sortiment zu nehmen. Der von Mag. Kottas in der Werbung verwendete Ausdruck „Apothekenqualität“ muss für höchste Unbedenklichkeit stehen und nicht für mögliche Risiken oder Nebenwirkungen“, so Hoffmann weiter.

Ein ebenfalls mit Spuren des Schalenbehandlungsmittel Imazalil belasteter Früchtetee wird von Teekanne als Wellnessprodukt vertrieben. „Der Konsum von Willi Dungl 'Fühl dich Wohl' ausgleichendem Früchte-Kräutertee wird als „Wohlfühl-Erlebnis“ beworben. Die der Verpackung zu entnehmende Empfehlung mindesten 2-3 Tassen pro Tag zu „genießen“ sollte in Anbetracht der nachgewiesenen Pestizidrückstände wohl überdacht werden“, so Hoffmann.

Beim dritten belasteten Produkt handelt sich um einen Bio Hagebuttentee der Marke Sonnentor. Der persistente Wirkstoff Chlorpyrifos konnte allerdings nur in äußerst geringen Mengen nachgewiesen werden.  „ Bio-Produkte stehen zu Recht für besonders hohe Qualität. Das selbst hier geringe Verunreinigungen nachzuweisen sind zeigt, dass der Einsatz von Pestiziden dringend flächendeckend reduziert werden muss. Durch Abdrift oder ähnliches können sonst auch unsere guten Qualitästprodukte kontaminiert werden“, so Hoffmann.

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