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Nur saisonales biologisch erzeugtes Gemüse ist in der kalten Jahreszeit empfehlenswert.

Wien (22. Jänner 2008). Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat bei stichprobenartigen Kontrollen von Salat besorgniserregende Überschreitungen entdeckt. Auf fünf der sieben getesteten Salate wurden Pestizidrückstände nachgewiesen. Ein Testergebnis überschritt den gesetzlich erlaubten Höchstwert bei einem anderen konnte gar eine akute Gesundheitsgefährdung für Kleinkinder nicht mehr ausgeschlossen werden. „Im Herbst und Winter ist Salat in unseren Breiten erfahrungsgemäß ein Problemprodukt und weist häufig Pestizidbelastungen auf“, berichtet Lisa Kernegger, Pestizidexpertin von GLOBAL 2000. Bei einem österreichischen Häuptelsalat wurde ein Pestizidcocktail von vier verschiedenen Wirkstoffen nachgewiesen. Einer davon – Procymidone – überschritt sogar die akute Referenzdosis (ArfD). Das bedeutet, dass für Kleinkinder bereits beim einmaligen Verzehr eine gesundheitsschädliche Wirkung nicht auszuschließen ist. Der gesetzliche Höchstwert wurde dabei aber eingehalten. „Das Problem ist, dass die österreichische Gesetzeslage es zulässt, dass Obst und Gemüse verkauft werden darf, obwohl eine akute Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen werden kann“, analysiert Kernegger. Diesen Missstand kritisiert GLOBAL 2000 schon seit Jahren. „Den Behörden ist das Problem zwar bekannt. Dennoch wurde es bisher nicht umfassend behoben.“

Bei einem österreichischen Mix-Salat wurden ebenfalls vier verschiedene Pestizide nachgewiesen, einer dieser Wirkstoffe - Dimethomorph - überschritt den gesetzlichen Höchstwert um mehr als das Vierfache. „Bei der Salatproduktion kommt es in der kalten Jahreszeit durch die Witterung oft zu erhöhtem Krankheitsdruck. Um dem entgegen zu wirken, werden oftmals mehr Pestizide eingesetzt. Dazu kommt, dass sich Pestizide zu dieser Jahreszeit langsamer abbauen“, erklärt Kernegger die Gründe für die Pestizidbelastung. GLOBAL 2000 empfiehlt daher vor allem im Herbst und Winter saisonales Biogemüse wie etwa Chinakohl, Kraut, Endivien, Karotten, Sellerie, Lauch, Pastinaken und Zuckerhut zu kaufen. Nur Biogemüse ist garantiert frei von Pestizidrückständen. Erfreulicher ist das Testergebnis der acht getesteten Paprika aus Spanien, Griechenland, Holland und Österreich. Auf fünf der acht getesteten Proben wurden keine Pestizide nachgewiesen. Drei Paprikaproben wiesen jeweils Rückstände von einem Pestizid weit unter dem gesetzlichen Höchstwert auf.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Pestizidexpertin: Lisa Kernegger, Tel.: 0699/14 2000 22
GLOBAL 2000 Pressesprecherin: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26