Davos/Wien, am 15.01.2014 – Die Abstimmungsphase der jährlich von der Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace Schweiz verliehenen „Public Eye Awards“ - eine Negativ-Auszeichnung für besonders augenscheinliche Fälle von Profitgier und Umweltsünden durch Unternehmen - endet in Kürze, am 21. Jänner 2014. Mit den „Public Eye Awards“ 2014 sollen jene Konzerne prämiert werden, deren soziale und ökologische Vergehen die Kehrseite einer rein profitorientierten Globalisierung zeigen. Die von der „European Beekeepers Association“, dem Dachverband der europäischen ImkerInnen, initiierte Nominierung der Pestizidmultis Bayer CropScience, Syngenta und BASF für diesen Negativpreis wird von den Umweltschutzorganisationen GLOBAL 2000 und Greenpeace mitgetragen.

„Die Pestizidhersteller Bayer, Syngenta und BASF haben sich diesen Preis für Umweltsünder schon alleine dadurch verdient, dass sie entgegen der seit den 90er Jahren stetig wachsenden Hinweise und Beweise für die Bienengefährlichkeit ihrer Neonicotinoid-Pestizide, der Öffentlichkeit, den Behörden, und den Landwirten weiter vorgaukelten, ihre Produkte wären sicher für Bienen“, so Helmut Burtscher, Umweltchemiker bei GLOBAL 2000: „Die Dreistigkeit, mit der sie nun, nachdem die Bienengefährlichkeit ihrer Produkte amtlich ist und die EU, spät aber doch, die dringend notwendigen Einschränkungen verhängt hat, gegen diese Entscheidung vor Gericht ziehen, schlägt dem Fass den Boden aus.“ Christine Gebeneter von Greenpeace ergänzt: „Syngenta, Bayer und BASF setzen sich mit Klagen massiv gegen das EU-Teilverbot der Bienenkiller-Pestizide zur Wehr. Sie gefährden damit nicht nur unsere Bienen und Wildbienen, sondern auch unsere Landwirtschaft. Die Agrochemie-Konzerne sind klare Anwärter für diesen Negativpreis.“

Syngenta, Bayer und BASF erzielen mit den von ihnen hergestellten und weltweit vermarkteten Neonicotinoiden Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam Umsätze in Milliardenhöhe. Diese Pestizide werden von ImkerInnen und UmweltschützerInnen seit Beginn der 90er Jahre mit einem Massensterben von Bienen und anderen Bestäubern in Zusammenhang gebracht. Eine neuerliche Überprüfung dieser Wirkstoffe durch die European Food Safety Agency (EFSA) bestätigte, dass diese Pestizide ein inakzeptables Risiko für Bienen darstellen und veranlasste die EU-Kommission im Mai 2013 dazu, ein teilweises Verbot über diese Wirkstoffe zu verhängen.

Neben GLOBAL 2000 und Greenpeace unterstützen die Nominierung der Pestizidhersteller für die Verleihung der „Public Eye Awards 2014“ noch folgende Organisationen und Unternehmen in Österreich: Österreichischer Erwerbsimkerbund, Oberösterreichischer Landesverband für Bienenzucht, ADAMAH BioHof und das Netzwerk Soziale Verantwortung.

Für die „Public Eye Awards“ 2014 nominiert sind neben den Agrochemieherstellern Bayer, Syngenta und BASF auch der russische Ölkonzern Gazprom, Eskom, FIFA, Gap, Glencore Xstrata und HSBC Marine Harvest. Sie alle haben auf verschiedenste Weise durch ihre Geschäftspraktiken Menschenrechte verletzt oder Umweltzerstörung begangen.

Zum Online-Voting für die „Public Eye Awards“ 2014 http://bit.ly/18S1mPn

Weitere Infos auf www.publiceye.ch und www.greenpeace.at