Zulassung der BASF-Kartoffel bricht EU-Recht – Gefahr für den Menschen durch Antibiotika-Resistenzgen

(Wien, 19. April 2010). Die Europäische Umweltorganisation "Justice and Envirmonment" klagt im Auftrag von GLOBAL 2000 und Greenpeace die EU Kommission auf "interne Überprüfung" der Zulassung der Gentech Kartoffel Amflora . Dies ist das administrative Vorverfahren für eine Klage beim Europäischen Gerichtshof. „Dass Gentech-Pflanzen, wie Amflora, während der letzten 13 Jahre nicht zugelassen wurden, hat einen guten Grund. Auch wenn die Kartoffel nur als Stärkemittel und für Tierfutter verwendet werden soll, stellt die Knolle eine Gefahr für die Gesundheit des Menschen dar. Die Zulassung ist rechtswidrig“, empört sich Greenpeace-Sprecher Steffen Nichtenberger.

Die Gentech-Kartoffel Amflora enthält eine Gen-Sequenz, die sie gegen das Antibiotikum Kanamycin resistent macht. Antibiotikaresistenz-Gene können dazu führen, dass Krankheiterreger gegen bestimmte Antibiotika unempfindlich werden und damit nicht mehr mit diesen Antibiotika bekämpft werden können. Das Anitibiotikum Kanamycin spielt in der Behandlung lebensbedrohlicher Infektionen wie Tuberkulose eine wichtige Rolle. Gemäß EU-Richtlinie dürfen seit 2004 in Gentechpflanzen Gen-Sequenz für Antibiotika-Resistenzen nicht mehr zum Einsatz kommen. Die EU-Kommission hat die Gentech Kartoffel Amflora dennoch am 2. März zugelassen und bricht damit geltendes Recht.

Zwar ist die Gentech-Kartoffel für die industrielle Verwendung und nicht für den Verzehr entwickelt, dennoch darf sie laut EU-Beschluß bis zu einem Verschmutzungsgrad von 0.9 Prozent in Lebensmittel gelangen. „Obwohl sie nicht als Lebensmittel zugelassen ist, erlaubt die EU, dass dieses Konstrukt in unsere Nahrung gelangen darf. Das ist die Einführung einer Risikoquote für Röstis, Erdäpfelsalat und Pommes frittes. Wir müssen die EU-Kommission bei diesem Amoklauf stoppen“, so Jens Karg, Sprecher der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Die UmweltschützerInnen fordern im ersten juristischen Schritt die EU Kommission auf, eine interne Untersuchung durchzuführen und die Zulassung zu überprüfen und aufgrund der Mängel zurückzuziehen. „Sollte die Kommission sich weigern die notwendigen Schritte zum Schutz der Konumentinnen und Konsumenten einzuleiten, werden wir eine Klage beim Europäischen Gerichtshof einleiten“, so die UmweltschützerInnen unisono.

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GLOBAL 2000 Presse: Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20, Simonne Baur, Tel.: 0699/14 2000 23, E-Mail: presse@global2000.at