Offener Brief an die RegierungsvertreterInnen, keine weiteren 4,6 Milliarden Euro in den Bau des Versuchsreaktors zu versenken

(Wien, 25.5.2010). Anlässlich des heutigen Treffens der europäischen Wirtschaftsminister und des morgigen Treffens der europäischen Forschungsminister appellieren Greenpeace und GLOBAL 2000, sowie die Wiener Plattform "Atomkraftfreie Zukunft" in einem offenen Brief an die österreichischen RegierungsvertreterInnen, die Entscheidung über die Zukunft des Fusionsreaktors ITER zu einem Projektabbruch zu nutzen.

„Jetzt bietet sich die Chance, das völlig aus dem finanziellen und zeitlichen Ruder laufende Projekt zu stoppen — besser ein Ende mit Schrecken als weitere Milliarden ins schwarze Loch der Kernfusionsforschung“, so Reinhard Uhrig, Anti-Atom-Sprecher von GLOBAL 2000. „Allein für die Jahre 2012 und 2013 ergibt sich durch dieses Projekt ein Finanzloch von zusätzlichen 1,4 Milliarden Euro für die europäische Gemeinschaft.“ "Die Entwicklung des Fusionsreaktors ITER verschlingt Abermilliarden an Steuergeldern ohne bisher auch nur jemals ein Fünkchen Strom geliefert zu haben", erklärt Greenpeace Energiesprecher Niklas Schinerl.

Kostenexplosion bei Kernfusionsforschung

Seit Jahrzehnten forschen die Kernphysiker an der Stromgewinnung aus Kernfusion. Kernfusion als Stromquelle wäre zwar in Bezug auf Strahlung und Atommüll weniger bedenklich als die Kernspaltung in Atomkraftwerken. Die benötigten Temperaturen sind jedoch so groß, dass die Technologie für diese Form der Stromerzeugung derart komplex und teuer wird, dass sie nicht mehr in vernünftiger Relation mit der zu erwartenden Stromerzeugung steht.

Die Kostenschätzungen für das ITER-Projekt haben sich zwischenzeitlich nahezu verdreifacht, statt ursprünglich angenommener 5,9 Milliarden Euro werden mittlerweile Zahlen in Höhe von 16 Milliarden genannt — wohlgemerkt nur für den Bau eines Versuchsreaktors, dessen möglicher Betriebsbeginn sich immer weiter verzögert. „Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir Europäerinnen und Europäer mit Bedauern die von uns bereits investierten 1,3 Milliarden abschreiben und das Projekt beenden müssen — bevor wir weitere 4,6 Milliarden hinterherwerfen. In Zeiten der Wirtschaftskrise sind diese Summen weitaus besser in die Förderung der Stromgewinnung aus erneuerbaren Energieträgern investiert — die funktionieren wenigstens“, so die UmweltschützerInnen unisono.

 

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GLOBAL 2000 Presse: Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20, Simonne Baur, Tel.: 0699/14 2000 23, E-Mail: presse@global2000.at