Keine Steuergelder für die Subventionierung der Massentierhaltung

(Wien, 23. März 2012) Nach den kürzlich veröffentlichten Ergebnissen der Untersuchungen von österreichischem Hühnerfleisch auf Antibiotika-resistente Keime fordert GLOBAL 2000 Minister Berlakovich auf, die Verteilung der landwirtschaftlichen Fördergelder nicht in den neuerlichen Ausbau und Erhalt der Massentierhaltung zu investieren. Ein massives Umdenken in der österreichischen Landwirtschaftspolitik muss einsetzen.

"Klasse statt Masse, das ist der einzige Weg, wie wir aus den verschiedenen Dilemmata der aktuellen Agrarpolitik herauskommen. Wir fordern Minister Berlaokovich auf: Fördern Sie eine Landwirtschaft, die für Tiere, Menschen und Böden nachhaltig ist und unsere Gesundheit und die Umwelt nicht schädigt", erklärt Heidemarie Porstner, Landwirtschaftsexpertin von GLOBAL 2000.

Die intensive Massentierhaltung und die Produktion von billigem Fleisch in großen Mengen dient nur der kurzzeitigen Gewinnmaximierung von Unternehmen. Die Probleme, die daraus entstehen, sind allerdings nicht nur für die Tiere eine Zumutung, Sie betreffen auch die Gesundheit der Menschen und die Umwelt.

"In der EU ist es grundsätzlich gesetzlich verboten, Antibiotika proyphylaktisch ins Futter zu mischen. Der Einsatz der Medikamente ist nur nach Verschreibung durch einen Tierarzt erlaubt. Der aktuelle Skandal belegt, dass viele Hersteller offenbar Profitmaximierung vor Tierschutz und Gesundheit stellen. Wir fordern verschärfte Kontrollen durch die Behörden und rufen die Hersteller zur Umstellung auf artgemäße Tierhaltung auf", betont Helmut Dungler, Gründer und Präsident von VIER PFOTEN.

Gerade am Beispiel der Antibiotika-resistenten Keime wird deutlich, wie sehr auch wir Menschen von den Entwicklungen der Massenproduktion betroffen sind.

Doch die entsprechenden Ministerien sehen weg. Postner betont: "Es muss endlich alternative Tierhaltung in der Landwirtschaft gefördert werden, Steuergelder dürfen nicht mehr in die Subventionierung der risikobehafteten Intensivtierhaltung fließen. Außerdem muss auch endlich die ökologisch so wichtige regionale Verarbeitung und Vermarktung von Produkten aus alternativer Tierhaltung gefördert werden, anstatt die Tiere - ob lebend oder tot - tausende Kilometer quer durch Europa zu schicken."

Hinweis: Am 30.3. findet die Demo "Wir haben es satt" statt - unterschiedlichste Interessensvertretungen und UnterstützerInnen treffen sich um 10 Uhr vor dem Lebensministerium. Der Demonstrationsmarsch wird sich in Richtung Parlament bewegen, wo es zu Abschlusskundgebung kommen wird.

Rückfragenhinweis:

Nunu Kaller
+43 699 14 2000 20
presse@global2000.at