Wien, 8. Oktober 2013 - Am morgigen Mittwoch findet im EU-Parlament die Abstimmung über eine Änderung der europäischen Umweltverträglichkeitsprüfungs-Richtlinie (UVP) statt. Es besteht die Möglichkeit, dass UVPs verpflichtend für Schiefergasprojekte (genannt Fracking) vorgeschrieben werden. „Diese Abstimmung ist für die Umwelt des gesamten Kontinents von großer Bedeutung“, erklärt Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000: „Verschmutztes Wasser, verschmutzte Luft, eine von Bohrlöchern übersäte Landschaft und ein Festhalten am klimaschädlichen fossilen Energiesystem – all das sind die Konsequenzen von Schiefergas. Wir rufen die österreichischen EU-Parlamentarier dazu auf, für eine verpflichtende UVP für Fracking zu stimmen und die Chance zu nutzen, Europa vor den drohenden Konsequenzen zu schützen.“

Der sogenannte Zanoni-Bericht, der die Frage der verpflichtenden UVPs beinhaltet und dem EU-Parlament nun zur Abstimmung vorliegt, wurde vom Umweltausschuss des EU-Parlaments zuvor mit 49 zu 13 Stimmen bereits angenommen. Wahlmüller erklärt: „Wir hoffen, dass er nun auch vom EU-Parlament angenommen wird. Vor allem ist es uns wichtig, dass keine Schlupflöcher geschaffen werden: Insbesondere ist es wichtig, dass auch Probebohrungen von der UVP-Pflicht erfasst werden, denn bereits da wird bereits die gesamte stark chemikaliengestützte Technik eingesetzt.“

Erst vor wenigen Tagen wurde der neue Klimabericht präsentiert, der drastisch vor Augen führt, dass wir aus der fossilen Energienutzung aussteigen müssen. „Wir müssen Energie einsparen und auf Erneuerbare Energie setzen – denn nur so kann eine nachhaltige Energiezukunft eingeläutet werden“, erklärt Wahlmüller. „Eine verpflichtende UVP für Schiefergasprojekte ist einer von vielen Schritten, die von der EU als Beitrag zu effektivem Klimaschutz gesetzt werden müssen“, sagt der GLOBAL 2000-Klimasprecher abschließend.