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BM Pröll muss Neuzulasssung von MON810 verhindern.

Wien (4. April 2008). Der Gehalt an Insektiziden im Gentech-Mais des US-Konzerns Monsanto schwankt erheblich, womit sich die Grundlage für die Risikobewertung durch die Firma Monsanto als falsch erweist. Dies ist das überraschende und besorgniserregende Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des Gen-ethischen Netzwerk e.V. (GeN). Die Untersuchung zeigt auf, dass nicht nur schwankende Temperaturen und unterschiedliche Düngergaben, sondern zum Beispiel auch der Einsatz von Spritzmitteln zu Schwankungen des Gehaltes von Insektengift in dem Gentech-Mais geführt haben. Die Bekanntheit des Gehaltes an Insektiziden ist aber für eine Abschätzung der Risiken, die mit dem Anbau des so genannten MON810-Mais verbunden sein können, unabdingbar.

„Dieses Ergebnis zeigt, dass für die Risikobewertung vorgelegte Unterlagen von Monsanto falsch sind und die Bewertung der zuständigen europäischen Behörde auf unzulänglichen Daten basiert. Ohne zu wissen, wie viele Insektizide im Gentech-Mais vorhanden sind, ist es nicht möglich, seine Wirkung auf beispielsweise Bienen und Schmetterlinge abzuschätzen. Dieser Umstand macht die Zulassung fahrlässig“, kommentiert Jens Karg, Gentechniksprecher der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. Besonders auffällig sei laut Untersuchung, dass viele der gemessenen Werte nicht mit denen aus den Antragsunterlagen der Firma Monsanto übereinstimmen. Der Monsanto-Mais wird derzeit einer Neubewertung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) unterzogen. Bis Mitte des Monats bleibt den EU-Mitgliedstaaten Zeit, die zahlreichen Bedenken gegen den Monsanto-Mais der Behörde zu übermitteln. „Das vorliegende Datenmaterial spricht eindeutig gegen eine Zulassung. Nicht ohne Grund gibt es in fünf Ländern der EU ein Anbauverbot für diese Risikopflanze. Minister Pröll muss nun aus dieser Allianz auch endlich Ergebnisse erzielen und die Wiederzulassung verhindern“, so Karg.

Das Gen-ethische Netzwerk e.V. (GeN) wurde 1986 von kritischen Wissenschaftlerinnen, JournalisteInnen, TierärztInnen, MedizinerInnen, PolitikerInnen und anderen an der Gentechnik interessierten Menschen gegründet. Es vermittelt Informationen und Kontakte zum Thema Gentechnologie. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 ist Mitglied im Gen-ethischen Netzwerk e.V..

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26 und Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, E-Mail: presse@global2000.at
GLOBAL 2000 Gentechniksprecher: Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20