Wien/Brüssel, am 6. November 2013 – Seit 1998 ist in Europa nur eine gentechnisch veränderte (GV) Maissorte, der MON 810 des Agro-Chemie-Konzerns Monsanto, zum Anbau in der EU zugelassen. Jetzt muss die EU-Kommission über den Anbau einer weiteren Gentech-Maissorte entscheiden. In der heutigen Sitzung diskutieren die EU-Kommissare, ob sie den Anbau-Antrag zum Mais 1507 des Agrarkonzerns Pioneer Hi-Brees International zur Abstimmung an den Agrarministerrat weiter leiten oder ihre Ablehnung äußern. Heidemarie Porstner, Gentechnik-Sprecherin von GLOBAL 2000 sagt: „Die EU-Kommission kann heute beweisen, dass sie dem Gentechnik-Anbau in Europa keine Chance geben will.“

GLOBAL 2000 ortet zudem massive Lücken zur Risikobewertung des GV-Mais 1507. Der GV-Mais produziert ein Insektengift, das nicht nur den unerwünschten Maiszünsler tötet, sondern auch nützliche Schmetterlinge und Falter. Die Auswirkungen auf Honig- und Wildbienen können in keiner Weise abgeschätzt werden. Zudem ist der Mais resistent gegenüber dem Herbizid Glufosinat. Auch die Auswirkungen eines erhöhten Einsatzes von Glufosinat durch den Anbau der GV-Pflanze auf die Umwelt sind kaum abschätzbar. Das Herbizid wurde als akut toxisch eingestuft und steht in Verdacht, Erbgut-Schädigungen zu verursachen. Porstner: „Würde dieser Mais für den Anbau zugelassen, wäre das ein massives Risiko für Mensch und Umwelt!“

Hat der Rückzug des Agro-Chemie-Konzerns Monsanto aus Europa diesen Sommer noch kurz aufatmen lassen, so ist spätestens jetzt klar, dass das Thema Gentechnik in Europa noch lange nicht vom Tisch ist. Derzeit verhandeln EU und USA auch über ein gemeinsames Freihandelsabkommen. Multinationale Agrar-Konzerne lobbyieren jetzt schon massiv für eine Aufweichung der Sicherheitsstandards für Lebensmittel und Gentech-Pflanzen. Porstner abschließend: „Die Entscheidung der Kommission könnte als Weichenstellung für die agrarische Zukunft in Europa gesehen werden. Die Frage dabei: Setzen wir ein klares Zeichen gegen Gentechnik oder öffnen wir den Konzernen mit ihrer hochriskanten Technologie Tür und Tor?“ Eine Entscheidung, ob der GV-Mais zur Abstimmung freigegeben wird, ist bis heute Mittag zu erwarten.