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UmweltschützerInnen und KlimaexpertInnen drängen auf Änderung des Ernährungsverhaltens

Wien (10. September 2008). Der steigende Appetit des Menschen auf Fleisch verursacht schon jetzt ökologische und soziale Katastrophen. Ein durchschnittlicher Europäer verbraucht pro Jahr 92 kg Fleisch, lediglich 60 kg landen auf dem Teller, der Rest wird weggeworfen. „Hält dieser Trend an, wird das System bald kippen“, warnt Jens Karg, von der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. Die Umweltschutzorganisation fordert daher eine rasche Änderung des Ernährungsverhaltens. „Unser übermäßiger Fleischkonsum geht auf Kosten des Regenwaldes und auf Kosten des Klimas. Weniger Fleisch in der Ernährung ist ein bedeutender Beitrag für unsere Zukunft. Umweltschutz muss auch auf dem Teller stattfinden“, so Karg.

Unser Hunger auf tierische Produkte benötigt derzeit ein Drittel der gesamten Landmasse. In Mittel- und Südamerika ist die Fleischproduktion der Hauptgrund für Urwaldabholzungen, denen allein im Amazonasgebiet bereits 20 Prozent des Waldes zum Opfer gefallen sind. 70 Prozent davon für Weiden oder Anbauflächen für Viehfutter. Der Großteil davon befindet sich in Gebieten mit unregelmäßigem Niederschlag, die 40 Prozent der weltweiten Landflächen ausmachen und besonders anfällig für Erosion sind. „Überweidung und eine zu intensive - vielerorts nicht an die lokalen Verhältnisse angepasste - Landwirtschaft führen dazu, dass wir weltweit jedes Jahr Milliarden Tonnen fruchtbaren Bodens zerstören. Jedes Jahr verlieren wir deswegen eine Fläche an wertvollem Boden in der Größe von halb Österreich“, sagt Karg.

Auch der Vorsitzende des Weltklimarates, Dr. Rajendra Pachaurie verwies Anfang der Woche auf die schädlichen Auswirkungen der Fleischproduktion. Die weltweite Fleischproduktion verursache 18 Prozent der Treibhausgase und liege damit um fünf Prozent über dem emissionsintensiven Verkehrssektor. Hierbei beziehen sich die 18 Prozent Treibhausgase auf den gesamten Zyklus der Fleischproduktion, von der Rodung der Wälder, der Herstellung und dem Transport der Düngemittel, der Verbrennung von fossilen Brennstoffen bei den Fahrzeugen in der Landwirtschaft sowie den Emissionen der Tiere - insbesondere der Rinder und Schafe.

„Umwelt- und Klimaschutz durch Ernährung bedeutet ganz klar: Weniger Fleisch. Auch mit dem Griff zu saisonalen, regionalen und biologischer Produkten wird die Umwelt weniger belastet“, empfehlen die UmweltschützerInnen.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26 und Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, E-Mail.: presse@global2000.at
GLOBAL 2000 Jens Karg: Tel.: 0699/14 2000 20