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EU sendet katastrophales Signal nach Poznan

Wien (12. Dezember 2008). Enttäuscht reagiert die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 auf die bereits vorliegenden Dokumente zu den geplanten Klimabeschlüssen des EU-Gipfels: „Die EU-Staatschefs haben ihre eigenen bisherigen Klimaschutzziele verraten und sind vor der Industrielobby in die Knie gegangen. Es ist unverantwortlich, dass die führenden Industriestaaten als Hauptverantwortliche des Klimawandels bei der Reduktion der Treibhausgasemissionen einen faulen Kompromiss beschließen“, so Heinz Högelsberger, Energiereferent von GLOBAL 2000. Die Umweltschutzorganisation erinnert daran, dass die Indutrienationen ihre CO2-Emissionen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent reduzieren müssen, um die Klimaerwärmung auf zwei Grad zu beschränken, die von WissenschaftlerInnen als Maximum angegeben werden. Mit der jetzigen Einigung, die weitgehende Ausnahmen bei der Versteigerung von Verschmutzungsrechten für die Industrie und die Energiewirtschaft vorsieht, wird dieses Ziel bei weitem verfehlt.

Ein weiterer Schwachpunkt des Energie- und Klimapaketes ist, dass rund zwei Drittel mit Hilfe von CO2-Einsparungen außerhalb der EU bewerkstelligt werden sollen. Mit diesem Etikettenschwindel versuchen Österreichs Umweltminister schon seit Jahren, ihr Versagen zu kaschieren. „Die EU-Staatschefs haben mit diesem Gipfel bewiesen, dass sie keine Führungsqualitäten in Hinsicht auf Klimaschutz und Zukunftsfähigkeit haben. Stattdessen wurde die derzeitige ökonomische Krise als Vorwand benutzt, um unsere rückständige und fossile Art des Wirtschaften aufrecht zu erhalten. Das Signal, das dadurch an die UN-Klimaschutzkonferenz nach Posen ausgesandt wird, ist katastrophal. Durch diese rückwärts gewandte Politik verspielen die EU-Staaten außerdem die Chance auf einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil”, so Högelsberger. GLOBAL 2000 fordert nun gemeinsam mit seinem Netzwerk Friends of the Earth Europe das Europäische Parlament auf, in ihrer Sitzung nächste Woche die EU auf den Pfad von echten Klimaschutz zu bringen und die Ergebnisse des EU-Gipfels zurückzuweisen.


Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Energiereferent Dr. Heinz Högelsberger, Tel.: 01/812 57 30 18

GLOBAL 2000 Presse: Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, presse@global2000.at