PRESSEINFORMATION


UmweltschützerInnen überreichen neuem Umweltminister Aufgabenheft

Wien (3. Dezember 2008). Anlässlich des EU-Umweltministerrates am 4. Dezember überreichen AktivistInnen von GLOBAL 2000 dem neuen Umwelt-Minister, Niki Berlakovich, ein überdimensionales Aufgabenheft mit den dringlichsten Forderungen zum Schutz vor der Gentechnik. Beim morgigen Umweltministerrat sollen unter anderem die Schlussfolgerungen der Arbeitsgruppe zu Gentechnik, die von der französischen EU-Präsidentschaft eingesetzt wurde, beschlossen werden. Diese beinhalten weitreichende Positionen zu Saatgutreinheit, der Reform des Zulassungssystems und zur Berücksichtigung von sozio-ökonomioschen Auswirkungen durch Gentechpflanzen in der Landwirtschaft. „Die bisherige Gentech-Politik der EU ist von Ignoranz gegenüber dem Willen der Konsumentinnen und Konsumenten gekennzeichnet. Die Menschen in Europa wollen keine Gentechnik und sie brauchen auch keine Gentechnik. Sie wollen gesunde Lebensmittel und keine Risikoprodukte. Minister Berlakovich muss mit aller Deutlichkeit die Forderung nach einem Kurswechsel in der EU-Politik erheben“, so Jens Karg, Gentechniksprecher der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Die Dringlichkeit des Kurswechsels untermauert GLOBAL 2000 mit jüngsten Studienergebnissen. Eine Fütterungs-Studie des italienischen Forschungsinstitutes für Ernährung und Lebensmittel kommt zu dem Ergebnis, dass der Gentech-Mais MON810 signifikante Veränderungen im Immunsystem bewirken kann. Eine Fütterungsstudie mit dem Gentech-Mais NK603xMON810 im Auftrag des österreichischen Gesundheits- und des Lebensministeriums belegt Fruchtbarkeitsschädigungen und Organveränderungen bei den Versuchstieren. Diese Produkte wurden von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als 'sicher' klassifiziert. „Die EFSA ist nicht in der Lage oder nicht Willens, eine Risikoüberprüfung durchzuführen, die diesen Namen auch verdient. Die Studien zeigen, dass die Behörde die KonsumentInnen Europas unkalkulierbaren Risiken aussetzt“, so Jens Karg.

Auch das Bestreben der EU-Kommission Kontaminations-Grenzwerte für normales Saatgut einzuführen, kritisiert GLOBAL 2000 scharf. „Die Kommission versucht seit einigen Jahren Gentech-Verunreinigungen bei normalem Saatgut zu legalisieren. Sie wollte einen Wert von 0,5 Prozent Kontamination für Rüben- und 0,3 Prozent für Mais- und Raps-Saatgut einführen. Damit würde sie das unwissentliche Ausbringen von bis zu 4,5 Milliarden Gentech-Rapspflanzen und 2,3 Milliarden Gentech-Rüben über ganz Europa verteilt zu verantworten haben.“

Die Forderungen von GLOBAL 2000 an Minister Berlakovich:

Recht auf Gentechfreiheit durchsetzen.

Zulassung von Risiko-Pflanzen verhindern.

Total-Reform des Gentech-Zulassungssystem umsetzen.

Gentech-Null-Toleranz beim Saatgut bewahren.

Keine Gentech auf dem Teller, keine Gentech auf dem Feld und im Futtertrog!

 

Aktionsfotos ab 11.00 Uhr auf www.global2000.at

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19 , E-Mail: presse@global2000.at

GLOBAL 2000 Gentechnik-Sprecher Jens Karg: Tel.: 0699/14 2000 20

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