Wien, 18. September 2015 - Heute haben die EU-Umweltminister ihre Position zur Klimakonferenz, die im Dezember in Paris stattfinden wird, entschieden. Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 stellt fest, dass Österreich den EU-Beschlüssen in zwei wesentlichen Punkten hinterherhinkt. So hat der EU-Umweltministerrat beschlossen, dass entwickelte Industrienationen ihre Emissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 reduzieren sollen. Weiters, dass die Unterstützung für Entwicklungsländer im Kampf gegen den fortschreitenden Klimawandel bis 2020 auf 100 Mrd. US-Dollar (ca. 87 Mrd. Euro) ansteigen soll. Die Realität sieht in Österreich leider anders aus: „Derzeit gibt es in Österreich keine langfristigen Ziele für die Einsparung von Treibhausgasen und bei der Unterstützung von Betroffenen des Klimawandels werden nur mickrige Beiträge geleistet. Wenn die Regierung nicht endlich aufwacht und die internationalen Beschlüsse auch umsetzt, droht ein peinlicher Auftritt in Paris“, so Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000.
 

Die Zeit ist reif für 100 Prozent erneuerbare Energie

Eine Einsparung von Treibhausgasen um 80 bis 95 Prozent bis 2050, wie von Österreich mitbeschlossen, ist möglich, wenn eine Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare Energie bis 2050 gelingt. Dass dieses Ziel realistisch erreicht werden kann, zeigt ein von GLOBAL 2000 mitbeauftragtes Modell.* „Bis jetzt hat sich die Bundesregierung mit langfristigen Zielsetzungen aber nicht beschäftigt. Es ist Zeit, dass der Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energie bis 2050 beschlossen und eine Umsetzungsstrategie dafür erarbeitet wird. Damit könnten zehntausende grüne Arbeitsplätze geschaffen werden“, so Wahlmüller weiter.

Betroffene des Klimawandels nicht allein lassen

Handlungsbedarf besteht auch bei der Unterstützung von Entwicklungsländern. Erst im Vorjahr wurde Österreich ein internationaler Negativpreis von hunderten Umweltorganisationen überreicht, weil es bis zum Start der Klimakonferenz in Lima noch immer keinen Beitrag zum Green Climate Fund zugesagt hatte. Der Green Climate Fund soll besonders vom Klimawandel betroffene Länder dabei unterstützen umweltfreundliche Energieformen zu forcieren und Anpassungsmaßnahmen für bereits unvermeidbare Folgewirkungen zu setzen. Österreichs Umweltminister Andrä Rupprechter hatte schließlich 25 Mio. Dollar (ca. 21 Mio. Euro) für die Erstkapitalisierung zugesagt und eine Verdoppelung des Betrags für 2015 in Aussicht gestellt. „Der Ankündigung sind aber keine Taten gefolgt. Österreich leistet im internationalen Vergleich mickrige Beiträge zur Unterstützung von Betroffenen des Klimawandels. Es ist notwendig, dass jährlich mindestens 80 Mio. Euro an öffentlichen Mitteln für diesen Zweck zur Verfügung gestellt werden. Wir haben eine Verantwortung für die Schäden, die Menschen in anderen Ländern auf Grund von unseren Emissionen erleiden müssen. Ohne einen substantiellen finanziellen Beitrag der Industrienationen kann es auch kein gerechtes Abkommen in Paris geben“, so Wahlmüller abschließend.

Rückfragehinweis:
Lisa Radda, Pressesprecherin GLOBAL 2000, +43 664 554 29 92, lisa.radda@global2000.at
Johannes Wahlmüller, Klimasprecher GLOBAL 2000, +43 699 14 2000 41, johannes.wahlmueller@global2000.at

*) Das Szanario kann unter http://www.global2000.at/oesterreich-braucht-starke-klimaziele heruntergeladen werden.