Anlässlich des heute startenden Treffens in Bonn für die internationale Klimakonferenz in Paris Ende des Jahres erinnert GLOBAL 2000 die österreichische Bundesregierung daran, ihren Beitrag zum internationalen Klimaschutz zu erhöhen. "Wenn die österreichische Regierung beim Thema Klimaschutz nicht rasch den Faden aufnimmt, dann droht ein peinlicher Auftritt bei der Klimakonferenz in Paris. Das im Regierungsprogramm festgehaltene Klimaschutzpaket im Inland wurde noch nicht ausgearbeitet und der Beitrag zur Unterstützung von Menschen, die vom Klimawandel betroffen sind, ist im Verhältnis zu vielen anderen Industrieländern beschämend gering. Es besteht dringender Handlungsbedarf", so Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000.

Klimaschutzmaßnahmenpaket verabschieden
Die österreichische Umweltschutzorganisation kritisiert, dass Umweltminister Andrä Rupprechter bereits mit Ende März ein Klimaschutzmaßnahmenpaket für Österreich angekündigt hat, das sicherstellen soll, dass die Einsparziele für Treibhausgase bis 2020 und 2030 erreicht werden können - und zwar ohne Freikauf durch CO2-Zertifikate. Bis dato ist aber noch kein substantielles Paket vorgestellt worden. Eine sozial gerecht umgesetzte ökologische Steuerreform, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und eine Verstärkung der Maßnahmen im Bereich der thermischen Sanierung sollen nach GLOBAL 2000 im Zentrum des Bemühens stehen.

Beitrag für Green Climate Fund anheben
Weiters ist der bisher zugesagte Beitrag Österreichs zur internationalen Unterstützung von Menschen, die vom Klimawandel betroffen sind, beschämend gering. Insbesondere der Beitrag zum Green Climate Fund muss dringend nachgebessert werden - speziell Industrieländer, die diese Klimaschäden mitverursacht haben, sind hier gefragt. Österreich hat 25 Mio. US-Dollar für eine Erstkapitalisierung zugesagt, was einem Pro-Kopf-Beitrag von 2,9 US-Dollar entspricht. Schweden gibt beispielsweise 60,5 US-Dollar pro Kopf, Deutschland 12,1 US-Dollar pro Kopf - ein Vielfaches vom österreichischen Beitrag. Während Umweltminister Andrä Rupprechter bei der Klimakonferenz in Lima im vergangenen Jahr noch von einer Verdoppelung des Beitrags im Jahr 2015 sprach, hörte man seither nichts mehr davon. UmweltschützerInnen und entwicklungspolitische Organisationen fordern einen österreichischen Beitrag zur Erstkapitalisierung des Green Climate Fonds von 100 Mio. Euro. Jährlich sollte dann ein Beitrag von mindestens 80 Mio. Euro an öffentlicher Unterstützung folgen.

Einsatz auf internationaler Ebene
Auf internationaler Ebene ist es wichtig, dass sich Österreich für ein verbindliches Abkommen einsetzt, das eine gerechte Aufteilung der erforderlichen CO2-Reduktionen vornimmt und sicherstellt, dass eine Eingrenzung der globalen Erwärmung auf unter 1,5 Grad Celsius in Reichweite bleibt. Die Industrienationen müssen hier eine Vorreiterrolle einnehmen und ihre bis dato unzureichenden Beiträge deutlich erhöhen, damit dieses Ziel erreicht werden kann. "Es besteht dringender Handlungsbedarf. Die österreichische Bundesregierung muss Klimaschutz endlich ernst nehmen und sowohl Einsparmaßnahmen von Treibhausgasen als auch die Verantwortung gegenüber Menschen in Not wahrnehmen. Nur so können wir auf internationaler Ebene als glaubwürdiger Partner auftreten", so Wahlmüller abschließend.