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Autoindustrie muss Beitrag zum Klimaschutz leisten

Wien (23. Jänner 2007). Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 fordert BM Pröll und Bundeskanzler Gusenbauer auf, endlich Schritte für eine umwelt- und klimafreundliche Mobilität umzusetzen. „Der Verkehrssektor ist das Klimaproblem Nummer 1, in Österreich und der EU“, warnt Silva Herrmann von GLOBAL 2000. Von 1990 bis heute haben sich in Österreich die Treibhausgasemissionen im Verkehr fast verdoppelt. Jetzt geht es darum, die Autoindustrie in die Pflicht zu nehmen und endlich verbindliche Emissionsgrenzen festzuschreiben. Denn die Selbstverpflichtungen der Autoindustrie haben sich als wirkungslos erwiesen. „Worte statt Taten war das Motto der politisch Verantwortlichen der vergangenen Jahre in Österreich. Bei der Frage nach der Umsetzung der CO2-Grenzwerte für PKW darf es aber kein Zögern geben, hier muss Österreich klar für den Klimaschutz eintreten“, so Herrmann weiter.

„Die Verbesserung der Technologie und die Einhaltung dieser Grenzwerte kann aber nur ein Teil der Lösungsstrategie sein. Entscheidend ist eine Reduzierung des Gesamt-Verkehrsaufkommens. Das Problem des steigenden Verkehrsaufkommens ist hausgemacht und wesentlich das Resultat einer verfehlten Verkehrspolitik. Es mangelt an einer ökologischen Raumplanung ebenso wie an ambitionierten Konzepten für den Ausbau der Öffis. Zwischen 1970 und 2003 wurden in Österreich 768 Bahnkilometer gestrichen. Dadurch haben Menschen im ländlichen Raum oft keine sinnvolle Alternative zum Auto“, kritisiert Silva Herrmann. Dass es anders geht, beweist die Schweiz. Dort wurde das Bahnnetz zwischen 1970 und 2003 um fast 200 Kilometer erweitert. Als Konsequenz fährt jeder Einwohner unseres Nachbarlandes rund doppelt so viel Bahn wie die Menschen hierzulande.

Daher fordert GLOBAL 2000 strenge verbindliche Regelungen im Sinne des Klima- und Gesundheitsschutzes. Dazu gehören Maximal-Sprit-Verbrauchsmengen für PKW und LKW in Europa. Es geht aber auch darum, dass der Transportsektor in einer zukünftigen Europäischen Energiepolitik angemessen berücksichtigt wird. Es ist völlig unverständlich, dass der Verkehrssektor in dem am 10. Januar veröffentlichten Energiepaket der EU-Kommission fast vollständig ausgeklammert wurde.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000, Silva Herrmann 0699/14200017, Andreas Baur 0664/103 24 23, Lydia Matzka 0699/14200026