Wien, 18. Juli 2013: Gestern Abend erklärte der Sprecher des Agro-Chemie-Konzerns Monsanto gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, es sei geplant, die Anbauanträge für sieben gentechnisch veränderte Pflanzen in Europa zurückzuziehen.

In den 1990ern wurde eine Maissorte von Monsanto, der MON 810, für den Anbau zugelassen - mit mäßigem Erfolg. Österreich und zahlreiche andere Staaten, zuletzt auch Italien, haben ein nationales Anbauverbot gegenüber diesem Mais verhängt. Die Anbauzulassung für MON 810, die inzwischen ausgelaufen ist, muss erneuert werden.

Zum nun geplanten Rückzug von Monsanto sagt Heidemarie Porstner, Gentechnik-Sprecherin von GLOBAL 2000: „Nach dem Rückzug des Agro-Chemie-Konzerns BASF im vergangenen Jahr zieht sich nun auch Monsanto zurück – jedoch nur oberflächlich. Denn den Antrag auf erneute Zulassung von MON 810 wird Monsanto keinesfalls zurückziehen, außerdem werden auch weiterhin große Mengen gentechnisch veränderter Pflanzen für den Import nach Europa zugelassen. Der Rückzug ist also ein kleiner Erfolg in unserem langjährigen Kampf gegen Monsanto, dennoch muss man die Entwicklungen weiterhin aufmerksam beobachten.“

Dass Europa durch den Rückzug von Monsanto nicht frei von gentechnisch verändertem Saatgut wird, zeigen aktuelle Entwicklungen: Erst kürzlich wurde im Ministerrat über die neue "Super-Gentech-Sorte", den Smart-Stax Mais abgestimmt. Da keine Einigung erzielt werden konnte, liegt der Ball jetzt bei der EU-Kommission.