Europäisches Volksbegehren gegen Atomkraft zeigt Alternativen auf.

Wien/Budweis (22. Juni 2012). Anlässlich der heute im tschechischen Budweis stattfindenden offiziellen Anhörung der Bevölkerung zu den Erweiterungsplänen von Temelin protestieren GLOBAL 2000-VertreterInnen vor Ort mit einem zweisprachigen Banner gegen Ausbaupläne für die teure und gefährliche Atomkraft in Europa. „Wir erheben unsere Stimme gegen Atomkraft, weil unzählige Zwischenfälle in europäischen Atomkraftwerken (AKWs) und nicht zuletzt die Tschernobyl- und Fukushima-Katastrophen uns klar vor Augen führen, dass Atomkraft niemals sicher ist, sondern ganz im Gegenteil für die Weltbevölkerung eine riesige Bedrohung darstellt“, sagt Reinhard Uhrig, Atomexperte der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Erst Ende Mai sorgte eine Studie des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz (Deutschland) für Aufsehen, denn sie besagt, dass beim momentanen AKW-Bestand in Europa die Wahrscheinlichkeit eines GAUs (größter anzunehmender Unfall) massiv gestiegen ist. „Die logischen Konsequenzen aus diesem alarmierenden Befund sind, dass wir in einem ersten Schritt alle 62 Hochrisikoreaktoren abschalten und dann schrittweise bis 2050 komplett auf erneuerbare Energieformen umsteigen“, betont Uhrig. „Außerdem müssen wir sicher stellen, dass Atomkraft – wie das auch bei Temelin der Fall ist – nicht mehr staatlich subventioniert, sondern adäquat besteuert wird!“

Im Rahmen des von GLOBAL 2000 geplanten europäischen Volksbegehrens „Meine Stimme gegen Atomkraft“ können die EuropäerInnen diese und andere Forderungen direkt an die Europäische Kommission richten. Dezeit ist es möglich, sich auf www.my-voice.eu vorzuregistrieren.

GLOBAL 2000 spricht sich vehement gegen den weiteren Ausbau von Temelin aus und kritisiert das Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren (UVP) für ein Projekt, für das noch nicht einmal ein Reaktortyp ausgewählt ist und damit die zu erwartenden radioaktiven Ableitungen noch gar nicht wirklich eingeschätzt werden können. Die Erweiterung des AKW Temelins ist marktwirtschaftlich nicht rentabel und darüber hinaus sowieso nur mittels staatlicher Subventionen realisierbar. Tschechien braucht kein neues Atomkraftwerk. „Bereits heute ist die Tschechische Republik einer der größten Netto-Stromexporteure der Welt, weitere Reaktoren in Temelin würden damit ausschließlich dem Strom-Export dienen und eine verfehlte europäische Energiepolitik fortschreiben“, sagt Uhrig abschließend. Nähere Informationen zum europäischen Volksbegehren „Meine Stimme gegen Atomkraft“ unter www.my-voice.eu