Studie zeigt, dass Schiefergas nicht notwendig ist – Energie kann viel einfacher eingespart werden.

Wien (27. Juni 2012). Morgen wird die Novelle des UVP-Gesetzes im Umweltausschuss des österreichischen Parlaments behandelt. Darin enthalten ist auch eine neue UVP-Pflicht für Schiefergasbohrungen. GLOBAL 2000 spricht sich angesichts der hohen Risiken der „Fracking-Technologie“ und der mit dieser Abbaumethode verbundenen hohen Treibhausgasemissionen für ein generelles Verbot aus. Gleichzeitig werden auch Mängel an der derzeitigen Regierungsvorlage kritisiert: „Würde morgen gefrackt, gäbe es keine laufende Kontrolle der Umweltbehörden über eingesetzte Chemikalien“, erklärt Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000. „Spezielle Prüfkriterien, wie die Bewertung langfristiger Risiken oder Prüfung von Alternativen, sind ebenfalls nicht vorgesehen. Die UVP-Novelle weist daher grobe Mängel auf.“

Positiv stimmt GLOBAL 2000 hingegen, dass europaweit Schiefergas auf dem Rückzug ist. Vor kurzem berichtete die „Financial Times“, dass sich ExxonMobil aus der Schiefergasförderung in Polen zurückzieht. Entgegen den großspurigen ersten Schätzungen waren die Gasfunde nicht ergiebig genug. „Wir sollten uns in der Energiepolitik nicht länger mit den Luftblasen aufhalten, die von der Mineralölwirtschaft immer wieder hochstilisiert werden, sondern uns mit echten Lösungen auseinandersetzen“, sagt Wahlmüller.

GLOBAL 2000 fordert die Politik auf, sich für ambitionierte Effizienzstandards für energieverbrauchende Produkte wie Warmwasserboiler, PCs oder Staubsauger auf europäischer Ebene einzusetzen. Einer Studie des Beratungsunternehmens ECOFYS zufolge könnten bei ambitionierten Standards bei 30 Produktgruppen bis 2020 jährlich 600 TWh Elektrizität und eine gleich hohe Menge an Wärme eingespart werden. „Die Hälfte der Gasimporte aus Russland und die Elektrizitätsproduktion von 110 Atomreaktoren vom Typ Fukushima würden dann ganz einfach eingespart. Das sind die Maßnahmen, die uns wirklich weiterbringen, in Richtung Unabhängigkeit, Klimaschutz und Atomausstieg“, betont Wahlmüller abschließend.