PRESSEINFORMATION

UmweltschützerInnen in Poznan vor Ort

Wien (1. Dezember 2008). Heute beginnt im polnischen Poznan die 14. Weltklimakonferenz. Die Klimasprecherin der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000, Silva Herrmann, appelliert aus diesem Anlass an die VerhandlerInnen, ein klares Bekenntnis zu wirksamem und ambitioniertem Klimaschutz abzugeben: „Der Klimawandel schreitet schneller voran als von der Wissenschaft erwartet. Wir müssen weg vom "Beamtenmikado" - wir alle müssen uns bewegen. Die Hauptverantwortung haben aber die Industriestaaten, denn sie sind die Hauptverursacher des Klimawandels." So haben seit 1850 die EU-Staaten 27 Prozent der globalen CO2-Emissionen verursacht, obwohl sie nur 8 Prozent der Weltbevölkerung stellen. Mit jährlich 15 Prozent an den globalen Treibhausgasemissionen liegt die EU auch aktuell noch weit über einem klimaverträglichen Wert.

GLOBAL 2000 ist während der Verhandlungen in Poznan vor Ort. Silva Herrmann dazu: „Wir und unsere internationalen Partner von Friends of the Earth lobbyieren für aktiven Klimaschutz. Wir analysieren sachkundig die Vorschläge, die auf den Tisch kommen. Wir protestieren gegen schwache Lösungen, auch mit Aktionen wo notwendig. Und wir verleihen den Menschen aus den Entwicklungsländern eine Stimme, die am meisten unter dem Klimawandel leiden."

GLOBAL 2000 fordert:

1)Spätestens auf der Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 muss ein Folgeabkommen für das Kyoto-Protokoll verabschiedet werden. Jetzt in Poznan müssen die Verhandlungen über konkrete Punkte eröffnet werden.

2) In Poznan müssen alle Industriestaaten deutlich machen, dass sie bereit sind, Emissionsreduktionen - wie auf Bali beschlossen - von minus 25 bis 40% verbindlich und unabhängig von Zusagen der Schwellenländer zu akzeptieren. Angesichts des neuen wissenschaftlichen Sachstandes müssen sich die Ziele nahe der 40 Prozent befinden.

3) Der Anpassungsfonds, aus dem die Entwicklungsländer ihre Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel finanzieren können, muss deutlich aufgestockt werden. Die Industriestaaten müssen hierzu in Poznan Vorschläge für neue Finanzquellen unterbreiten.

4)Der Verlust der Wälder muss weltweit gestoppt werden und die Ziele unter REDD müssen verschärft werden. Eine Einbeziehung von REDD-Maßnahmen in den Emissionshandel ist inakzeptabel.


Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, presse@global2000.at

GLOBAL 2000 Klimasprecherin : Silva Herrmann, Tel.: 0699/14 2000 17