Wien, am 17. Jänner 2019 - Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sieht die heute präsentierten Vorschläge von WKÖ-Vizepräsident Roth als nicht geeignet, um die Energiewende in Österreich umzusetzen und fordert stattdessen einen konsequenten Ausstieg aus der Ölheizung in Österreich: „Was heute als Lösungsvorschlag präsentiert wurde, ist nicht mehr als ein durchsichtiges Ablenkungsmanöver der Ölindustrie. Ob die angedachten synthetischen Kraftstoffe zur Verfügung stehen werden, ist völlig offen, die Gefahr ist, dass Ölheizungen unnötig lange in Betrieb gehalten und KonsumentInnen in der Ölpreisfalle gefangen gehalten werden. Kostengünstige Alternativen sind jetzt schon vorhanden. Es geht deshalb darum, den Ausstieg aus der Ölheizung rechtlich zu fixieren und gute Förderbedingungen für einen Umstieg auf saubere Energie für die Bevölkerung zu schaffen“, fordert Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

GLOBAL 2000 hat selbst ein Studie in Auftrag gegeben, die zeigt, dass die Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare Energie in Österreich machbar ist.* Auch die Herstellung synthetischer Kraftstoffe wurde dabei berücksichtigt. An einem Ölheizungsausstieg führt aber dennoch kein Weg vorbei, weil die begrenzten naturverträglichen Potenziale für Bereiche reserviert werden müssen, wo keine anderen technologischen Lösungen greifen, wie Treibstoffe für den Flugverkehr, die Herstellung von Wasserstoff für die Stahlindustrie oder die Bereitstellung industrieller Prozesswärme. Sollen unnotwendigerweise Ölheizungen mit diesen Kraftstoffen betrieben werden, dann bremst das dazu die Energiewende in allen anderen Bereichen aus. Auch das Potenzial für biogene Kraftstoffe ist eng begrenzt und die Herstellung an die Voraussetzung geknüpft, durch weniger Lebensmittelverschwendung und Reduzierung des Fleischkonsums, den hohen Druck von landwirtschaftlichen Flächen zu nehmen. Schon jetzt sieht man die negativen ökologischen Folgen von Agrotreibstoffen. Die Umweltschutzorganisation warnt daher eindringlich vor einer Ausweitung, das würde höhere Importe von Palmöl bedeuten und damit die Zerstörung von Regenwäldern noch weiter anheizen. Im Wärmebereich ist deshalb ein Ausstieg aus Ölheizung erforderlich, sowie eine Ankurbelung der thermischen Sanierung und höchste Effizienz bei allen Bauvorhaben. GLOBAL 2000 hat ein Hintergrundpapier erstellt, das die notwendigen politischen Schritte dazu aufzeigt.**

„Damit der Ausstieg aus fossiler Energie gelingen kann, braucht es eine gesamtstrategische Herangehensweise und daraus abgeleitet, die richtigen Schlussfolgerungen. Diese kann in dem Fall nur lauten, dass für die veraltete Technologie der Ölheizung in einem modernen Energiesystem kein Platz mehr ist. Wien hat bereits den Schritt gemacht und lässt Ölheizungen auch in der Sanierung nicht mehr zu, jetzt braucht es ähnliche Regelungen in allen Bundesländern“, fordert Wahlmüller abschließend.

* Studie: Klima- und Energiezukunft Österreichs

** Hintergrundpapier GLOBAL 2000