Wien, 12.11.2013: Heute wurde der World Energy Outlook der International Energy Agency präsentiert, der Szenarien für die Energiezukunft des Planeten beschreibt. Der Bericht zeigt, dass die Menschheit mit rasanter Geschwindigkeit in Richtung Klimakrise steuert und nur noch wenig Zeit bleibt, um gegenzusteuern. Der Bericht zeichnet deutlich ein Bild der Ausbeutung von immer schmutzigeren fossilen Energieträgern wie Ölschiefer, Ölsand und Schiefergas und sieht keine langfristigen Lösungen für die weltweite Herausforderung der Klimakrise: Der CO2-Gehalt der Atmosphäre steigt laut Prognose des World Energy Outlook weiter, obwohl 2013 der Rekordwert von 400 ppm erreicht wurde, die Förderung von fossilen Energieträgern für 2012 beziffert die IEA auf 406 Milliarden Euro.

“Die Politik muss umgehend damit aufhören, Verunsicherung zu streuen und soll stattdessen stabile Förderbedingungen für den Ausbau erneuerbarer Energie garantieren. Die kommende österreichische Regierung soll einen Generationenvertrag für saubere Energie abschließen, um sicherzustellen, dass unsere Kinder einen lebenswerten Planeten vorfinden”, fordert Reinhard Uhrig, Geschäftsführer von GLOBAL 2000. “Wer dieses Ziel einer besseren Klimapolitik unterstützen will, kann seine Stimme auch nach der Österreich-Wahl bei der aktuellen GLOBAL 2000-Klima-Petition abgeben”, sagt Uhrig.

Europa: Jährlich 18.200 Tote durch Kohlekraftwerke

Das fossile Energiesystem, das im Elektrizitätsbereich noch immer vorwiegend auf der besonders klimaschädlichen Kohle basiert, hat aber auch massive Konsequenzen auf die Gesundheit der Menschen: Einer aktuellen Studie von HEAL (Health and Environment Alliance) zufolge, sterben jährlich 18.200 EuropäerInnen vorzeitig durch die indirekten Folgen der Verschmutzung von Kohlekraftwerken, etwa an Lungenkrebs. Dazu kommen 8.500 chronische Asthmaerkrankungen, vier Millionen Tage Krankenstand und dadurch ein wirtschaftlicher Schaden von 42,9 Milliarden Euro jährlich. Kohlekraftwerke sind in Europa darüber hinaus die Haupt-Emittenten von Quecksilber, das bei Kontakt kognitive Entwicklungsstörungen bei Kleinkindern auslösen kann. “Der Ausstieg aus Kohle muss unser erstes und wichtigstes Ziel sein. Österreich kann hier mit gutem Beispiel vorangehen und soll rasch Abschaltpläne für seine verbliebenen Kohlekraftwerke in Dürnrohr und Mellach erstellen”, fordert Reinhard Uhrig die Politik auf, entschlossen zu handeln.

Ökostromgesetz effektiv und erprobt

GLOBAL 2000 sieht deshalb die aktuelle Diskussion um Änderungen der Förderbedingungen für erneuerbare Energie kritisch: “Die Klimakrise steht vor der Tür, Kohlekraftwerke verpesten unsere Luft und aus Fukushima kommen beinahe täglich neue Horrormeldungen. Niemand weiß, wann der nächste Atomstörfall eintritt. Die Energiewende ist das vielleicht wichtigste gesellschaftliche Projekt der nächsten Jahre – und kein Experimentierfeld. Die Politik soll sich deshalb zu nachweislich erfolgreichen Fördersystemen wie dem Ökostromgesetz bekennen”, stellt Uhrig klar. Gleichzeitig weist GLOBAL 2000 darauf hin, dass das fossil-atomare System weltweit noch immer mehr Subventionen bekommt als erneuerbare Energie und die Abhängigkeit von Energielieferungen aus dem Ausland Österreich teuer zu stehen kommt. Jährlich gibt Österreich mehr als 15 Milliarden Euro für Energieimporte aus. “Das sind bereits 12 Prozent des Werts der gesamten Warenimporte. Geld, das abfließt und nicht mehr in der heimischen Wirtschaft zirkuliert”, erklärt Uhrig. Etwa 70 Prozent der in Österreich verbrauchten Energie wird importiert, weit mehr als der EU-Schnitt von knapp über 50 Prozent. “Österreich ist damit besonders empfindlich gegen Preisschwankungen auf den internationalen Ölmärkten und tut gut daran, in lokale, erneuerbare Energie zu investieren. Damit tragen wir zu Klimaschutz bei und stärken die heimische Wirtschaft”, fasst Uhrig die Vorteile von Investitionen in erneuerbare Energie zusammen.