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Wirksamer KonsumentInnenschutz muss VertreiberInnen von Risiko-Produkten beim Namen nennen

Wien (14. März 2008) Anlässlich des internationalen Konsumentenschutztages am 15. März fordert die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 die transparente Aufklärung über illegale Produkte im österreichischen Handel. „Es ist absurd, dass im Namen des Konsumentenschutzes zahlreiche Produkte im österreichischen Handel auf illegale Pestizide oder illegale Gentech-Bestandteile getestet werden, aber wenn man fündig wird, den Konsumenten die konkrete Auskunft über das Produkt verweigert“, kritisiert Jens Karg, Gentechniksprecher von GLOBAL 2000.

Am Beispiel des Gentech-Reisskandals lässt sich die ministerielle Informationssperre gut dokumentieren. Nach dem Auftreten des nicht zugelassenen Gentech-Reises LL601 in der EU im Jahr 2006 hatte das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) gezielte Proben und deren Untersuchung durch die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) veranlasst. Bis Mitte Jänner 2008 waren 278 Proben aus ganz Österreich und aus allen österreichischen Lebensmittelhandelsketten bei der AGES eingelangt und untersucht worden. 50 Proben waren mit den Gentech-Reissorten LL601, eine mit BT63 kontaminiert. Weder LL601 noch BT63 haben das europäische Zulassungsverfahren durchlaufen. Die mögliche Gesundheitsschädlichkeit wurde daher nie einer behördlichen Risikobewertung unterzogen.

Entgegen der Ankündigung des Gesundheitsministeriums kam es nicht zu einer aussagekräftigen Information zum Schutze der KonsumentInnen. Lediglich die Anzahl der kontaminierten Produkte wurde genannt. „Diese Information bestätigt nur, dass Reisprodukte mit illegalem Gentech-Reis auch in Österreich gefunden wurden. Ob jetzt allerdings ein Gentech-Reisprodukt im Küchenregal steht, können die Konsumenten erst überprüfen, wenn Ross und Reiter beim Namen genannt werden“, so Jens Karg.

Bisher wurde die Informationssperre des Ministeriums damit begründet, dass datenschutzrechtliche Bedenken einer solchen Veröffentlichung entgegen stünden. GLOBAL 2000 fordert die angekündigte Novellierung des Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetzes (LMSVG) zu nutzen und eine Informationspflicht zu verankern. „Es kann doch nicht sein, dass der Schutz von Unternehmen, die illegale Produkte in Umlauf bringen, höher bewertet wird als der Schutz der Konsumenten. Bundesministerin Kdolsky setzen Sie dieser Farce ein Ende“, fordert Karg.


Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Gentechnik-Sprecher Jens Karg, 0699/14 2000 20

GLOBAL 2000 Presse: Ruth Schöffl 0699/14 2000 19, Lydia Matzka-Saboi 0699/14 2000 26, presse@global2000.at