GLOBAL 2000-Hintergrundpapier zeigt aktuelle Entwicklungen des Klimawandels in Österreich auf. Wien (2. April 2012). Im Klimaschutzgesetz ist festgehalten, dass mit spätestens 31. März die Verhandlungen abgeschlossen und dann die Maßnahmen sofort umgesetzt werden müssen. GLOBAL 2000 zeigt sich enttäuscht, dass trotz der zahlreichen Verhandlungsstunden sich die Bundesregierung und Länder noch immer nicht zu einer sinnvollen und sofort umsetzbaren Klimaschutzstrategie durchringen konnten. „Österreich ist längst von den Folgen des globalen Klimawandels betroffen“, erinnert Johannes Wahlmüller, GLOBAL 2000-Klimasprecher. „Es ist höchste Zeit, dass die Politik endlich handelt. Leider ist Österreich aber immer noch eines der Länder, das seine Klimaschutzambitionen nicht erhöhen will.“

Das GLOBAL 2000-Hintergrundpapier, das die Ökologin Iwona Lamaszewka erstellt hat, zeigt ganz klar auf, dass sich auch in Österreich die Klimafolgen verstärken werden. Die Kernaussagen des Hintergrundpapiers sind:

Seit 1960 hat sich die Anzahl großer Wetterkatastrophen in Österreich verdoppelt und der volkswirtschaftliche Schaden versiebenfacht. Auch wenn einzelne Katastrophen nicht auf den Klimawandel zurückgeführt werden können, deckt sich dieser Trend deutlich mit den Erkenntnissen der Klimawissenschaft.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Hitzewellen auftreten werden, ist heute in Österreich bereits 20mal höher als noch vor Jahrzehnten. Dieser Trend wird noch weiter zunehmen. Hitzesommer werden zur Normalität. Sie werden in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts bereits alle zwei Jahre vorkommen.

Sichtbarstes Zeichen der Klimaerwärmung ist auch das Schwinden der Gletscher: In den letzten 100 Jahren sind sie um etwa 50 Prozent geschrumpft, bis Ende des Jahrhunderts werden vermutlich nur noch kleine Reste der einstigen Eisriesen übrig bleiben. Auch Schifahren könnte sich dann in Österreich vom Breitensport zu einem Nischendasein entwickeln: Seit 1950 ist die Schneefallgrenze bereits um 100 Meter angestiegen, besonders viele Schigebiete liegen in Österreich sehr niedrig, wie z.B. Kitzbühel, das auf unter 800 Meter liegt. Die höher gelegenen Schigebiete in der Schweiz und in Frankreich würden dagegen profitieren.

Betroffen ist auch die Landwirtschaft: 80 Prozent des Ertrages hängen vom Wetter ab, bei wichtigen Kulturpflanzen wie Korn oder Gerste ergeben sich schon Ertragsminderungen um fünf Prozent, wenn das Temperaturoptimum der Pflanzen auch nur um ein Grad überschritten wird. Der Klimawandel hat Auswirkungen auf vitale Lebensbereiche, wir dürfen hier keine Risiken eingehen.

Auch Flora und Fauna zeigen sich der zu raschen Erwärmung nicht gewachsen. Etwa 1.700 Arten haben in Österreich bereits begonnen, polwärts zu wandern, die Klimazonen ändern sich derzeit aber siebenmal schneller als die Wandergeschwindigkeit der Arten. Für viele wird es deshalb eng. Besonders im Gebirge entstehen auf Gipfeln wahre „Biodiversitätsfallen“, denn Kälte liebende Arten wandern höher und erreichen bei den Gipfeln das Ende ihrer Möglichkeiten.

„Klimawandel findet längst statt, die Zeichen sind auch in Österreich nicht zu übersehen. Österreichs Politik muss jetzt endlich handeln und mehr für Klimaschutz tun“, so Wahlmüller abschließend.

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