Wien, am 31. März 2014 – Heute wurde der zweite Teil des fünften Sachstandsberichts des Weltklimarates der Vereinten Nationen präsentiert. Der Weltklimarat zeigt, dass die Folgen des Klimawandels „auf jedem Kontinent und in jedem Ozean“ bereits allgegenwärtig sind und warnt davor, dass die Menschheit auf die Folgen des Klimawandels „schlecht vorbereitet“ sei. GLOBAL 2000 ruft zu sofortigem Handeln auf: „Der Bericht zeigt einmal mehr, dass der Klimawandel inakzeptable Risiken für das Leben auf diesem Planeten darstellt. Dürren, Hunger, Überschwemmungen, schwere Stürme, Millionen Klimaflüchtlinge, die Zunahme von Gewaltkonflikten um knappe Ressourcen und der Verlust ganzer Ökosysteme drohen. Die Politik muss jetzt handeln und darf nicht länger zusehen, wie unsere Zukunft aufs Spiel gesetzt wird”, sagt Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000.

Konkret warnt der Weltklimarat auch vor wirtschaftlichen Schäden, so wird der Klimawandel das Wirtschaftswachstum verlangsamen und kann zu enormen Schäden führen. Schon bei einer Erwärmung um zwei Grad werden die Schäden sich auf 0,2 bis zwei Prozent des Weltbruttosozialprodukts belaufen. Mit zunehmender Erwärmung nehmen die Folgen dabei immer stärker zu. Allerdings fehlen für höhere Erwärmungsszenarien noch genaue Berechnungen. Nicholas Stern hatte bereits 2006 die Schäden auf bis zu 20 Prozent des Weltbruttosozialprodukts geschätzt. „Die Schäden des Klimawandels überwiegen bei weitem die Kosten der Untätigkeit. Die Politik muss jetzt in Klimaschutz investieren, um uns und kommende Generationen zu schützen”, appelliert Wahlmüller.

Schäden umfassen vor allem das steigende Risiko von zunehmenden Extremwetterereignissen, wie Dürren, Hitzewellen, schwere Stürme und Hochwasser. Schlecht bestellt sieht es aber auch um den Erhalt von wichtigen Lebensgrundlagen wie sauberem Trinkwasser und der zukünftigen Ernährungssicherheit aus. Der Weltklimarat sieht schon durch die bisherige Erwärmung negative Auswirkungen auf die Weizenernte, die Ernährungssicherheit gerät mit zunehmender Erwärmung unter Druck, bei ungebremstem Klimawandel sieht der Weltklimarat „hohes Risiko“, dass die Ernährung der Weltbevölkerung nicht gewährleistet werden kann. Auch die Wasserknappheit nimmt in derzeit ohnehin schon trockenen Gebieten zu. Menschen drohen in der Folge zu Klimaflüchtlingen zu werden, das Risiko von Konflikten um knappe Ressourcen steigt. Besonders gefährdet sind Gebiete, die wenig Kapazitäten haben, um sich anzupassen und stark von den Folgen betroffen sind. „Die Fortschritte, die es in der Armutsbekämpfung weltweit gegeben hat, drohen durch den Klimawandel zunichte gemacht zu werden, Gewaltkonflikte um knappe Ressourcen drohen. Wenn wir in einer friedlichen Welt leben wollen, in der ein Leben in Menschenwürde für alle möglich ist, dann muss jetzt gehandelt werden”, betont Wahlmüller.

Weiters steigt schon ab einer Erwärmung von einem Grad, das Risiko einzigartige Ökosysteme zu verlieren, der Klimawandel stellt zudem zusammen mit der Überfischung eine weitere Bedrohung für das Leben im Meer dar. Auch das Risiko, dass sogenannte Kipp-Elemente des Klimasystems überschritten werden können und diese Systeme „abrupt und irreversibel“ kollabieren wird aufgezeigt. So schlussfolgert der Weltklimarat, dass die Arktis bereits in einem Prozess sein könnte, der „irreversibel“ ist. Das Abschmelzen des grönländischen Eisschilds würde sich dann über tausend Jahre hinziehen und letztendlich den Meeresspiegel um sieben Meter erhöhen. „Wir appellieren an die Politik, nicht länger zuzusehen, sondern sicherzustellen, dass Österreich und Europa vorangehen werden und zeigen, dass sie ihren fairen Beitrag zur Vermeidung einer noch größeren globalen Klimakrise beitragen werden”, so Wahlmüller abschließend.