In wenigen Tagen wird Umweltminister Andrä Rupprechter als Vertreter der Republik Österreich zur Klimakonferenz in Peru anreisen. „In Lima geht es darum, die Grundlagen für ein Weltklima-Abkommen in Paris zu schaffen. Die gerechte Aufteilung der Emissionsminderung für alle Staaten und finanzielle Unterstützung für Entwicklungsländer um nachhaltige Entwicklung und Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu unterstützen sind die zentralen Eckpfeiler eines solchen Abkommens. Derzeit herrscht aber eine gewaltige Kluft zwischen den Anforderungen an die einzelnen Staaten und deren tatsächliche Maßnahmen für mehr Klimaschutz”, sagt Johannes Wahlmüller, Klimasprecher der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

Zehn Gigatonnen CO2 pro Jahr sind zu viel!
Bereits bis 2020 klafft eine gewaltige „Ziellücke“: Gemäß einem aktuellen Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP1 werden schon bis dahin pro Jahr um acht bis zehn Gigatonnen CO2 mehr ausgestoßen als erlaubt, wenn die internationale Staatengemeinschaft ihr selbst gestecktes Ziel erreichen will und die globale Erwärmung auf unter zwei Grad gedrückt werden soll. Diese „Ziellücke“ wird sich bei Beibehaltung der bestehenden Politik bis 2030 noch auf 14 bis 17 Gigatonnen CO2 pro Jahr erhöhen, so der Bericht. „In Lima müssen die Industrienationen endlich die Führungsrolle übernehmen und es muss gelingen, die bestehenden Angebote der Staaten zu erhöhen, um sie in Einklang mit der Wissenchaft zu bringen. Alles andere ist Augenauswischerei“, betont Wahlmüller.

Österreich noch ohne Beitrag zum Green Climate Fund
GLOBAL 2000 sieht ein Gelingen der Konferenz in Lima als eine entscheidende Wegmarke an, um in Paris zu einem guten Ergebnis zu kommen. Dafür ist es aber notwendig, dass alle ihren fairen Beitrag leisten. Gleich zu Beginn der Konferenz wurde Österreich von 900 NGOs mit dem Negativpreis „Fossil of the Day“ ausgezeichnet, weil es eines der wenigen Länder ist, das bisher noch keinen Beitrag zum Green Climate Fund zugesagt hat. „Österreich darf in Lima nicht den Trittbrettfahrer spielen, sondern soll abgegebene Versprechen auch einhalten. Wenn die Bundesregierung Umweltminister Andrä Rupprechter ohne Beitrag für den Green Climate Fund zur Klimakonferenz schickt, dann wäre das ein blamabler Auftritt und ein Schaden für das Ansehen der Republik Österreichs,“ so Wahlmüller weiter. Die Industrienationen haben zugesagt, in Summe 100 Mrd. US-$ ab 2020 zu mobilisieren, bis zur Klimakonferenz in Lima soll der Green Climate Fund mit zehn Mrd. US-$ ausgestattet werden. GLOBAL 2000 wie auch andere VertreterInnen der Allianz für Klimagerechtigkeit hatten sich erst letzte Woche bei einer Übergabe eines überdimensionalen Zahlscheins an den Finanzminister dafür ausgesprochen, einen Beitrag von 80 bis 100 Mio. Euro seitens Österreich einzuzahlen. „Umweltminister Andrä Rupprechter und Finanzminister Hans Jörg Schelling müssen zu einem brauchbaren Ergebnis kommen und sicherstellen, dass Österreich ein glaubwürdiger Partner auf internationaler Ebene bleibt. Nur wenn alle ihren Teil beitragen, kann es gelingen, Lima zu einem Erfolg zu machen“, sagt Wahlmüller abschließend.