PRESSEINFORMATION

Atom-Informationsverpflichtungen müssen europaweit eingehalten werden

Wien (5. Juni 2008). Seit gestern Nacht führt GLOBAL 2000 Radioaktivitäts­messungen rund um das AKW Krsko durch. Die Umweltschutzorganisation ist nun im Kontakt mit den slowenischen Behörden, um auch im AKW selbst unabhängige Messungen durchzuführen. Dies wurde vom Betreiber des AKW bis jetzt untersagt. Der Verlust von Kühlmitteln darf nicht heruntergespielt werden, denn er ist von hoher Relevanz für die Sicherheit des AKW. „Der Zwischenfall in Krsko zeigt, dass wir nicht nur europaweite Informationsverpflichtung brauchen, sondern dass diese auch auf ihre Einhaltung kontrolliert werden müssen. Bei vielen Zwischenfällen in den letzten Jahren wie z.B. in Ascó in Spanien, wurde die Bevölkerung absolut unzureichend bis gar nicht informiert. Deswegen fordern wir unabhängige Experten und Sanktionen, wenn die Informationenspflicht nicht eingehalten wird“, sagt Silva Herrmann, Anti-Atom-Sprecherin von GLOBAL 2000.

GLOBAL 2000 fordert von der österreichischen Bundesregierung und dem zuständigen Minister Pröll alles zu tun, um eine lückenlose Aufklärung des Zwischenfalles in Krsko sicher zu stellen. Dringend nötig ist auch eine Weiterentwicklung des Informationssystems für die österreichische Bevölkerung. Außerdem muss eine Überprüfung des österreichisch-slowenischen Informationsabkommens stattfinden, um Lücken und Verbesserungsmöglichkeiten zu finden. „Österreichs Anti-Atom-Politik muss wieder glaubwürdig werden. Dazu gehört auch der Stopp für alle Atomstromimporte. Dafür ist aber eine wirksame Energiesparpolitik sowie der Ausbau von Erneuerbaren Energien notwendig. Dafür brauchen wir eine ambitionierte Politik für mehr Ökostrom“, so Silva Herrmann.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26 und Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, E-Mail: presse@global2000.at
GLOBAL 2000 Anti-Atom-Sprecherin: Silva Herrmann, Tel.: 0699/14 2000 17