Einigung auf Stromherkunftsnachweise setzt wichtigen ersten Schritt 

(Wien, 1. Juli 2011) Die Umweltschutzorganisationen GLOBAL 2000 und Greenpeace begrüßen die heutige Einigung beim Anti-Atomstrom-Gipfel im Bundeskanzleramt. Vertreter der Bundesregierung unter der Leitung von Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Spindelegger, der Umweltorganisationen und der Energiewirtschaft, vertreten durch VEÖ-Chef Peter Layr sowie Wolfgang Anzengruber, haben dort gemeinsam den Weg geebnet, den österreichischen Import von Atomstrom zurückzudrängen. "Österreich gewinnt mit der Entscheidung, keinen undeklarierten Strom mehr zu importieren, ein Stück seiner Glaubwürdigkeit im Kampf gegen die Atomkraft zurück. Während wir auf europäischer Ebene gegen Atomkraftwerke argumentieren, hat Österreich jahrelang selbst Atomstrom in der Größenordnung eines Atomkraftwerks importiert. Doch damit soll zukünftig Schluss sein", zeigen sich GLOBAL 2000-Geschäftsführer Klaus Kastenhofer und Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit über die erste Einigung und die Fortsetzung der Gespräche im Herbst erfreut.

"Ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung ist der erzielte Konsens darüber, dass kein undeklarierter Strom mehr nach Österreich importiert werden darf", so die Geschäftsführer der Umweltorganisationen. Der gesamte Stromimport wird in Zukunft über Herkunftsnachweise belegt werden. Diese Regelung betrifft sowohl jenen Strom, der an der Börse gehandelt wird, als auch bilaterale Verträge zwischen österreichischen und ausländischen Energiekonzernen. Das allein stellt auf Umwegen bereits sicher, dass kein Atomstrom nach Österreich kommen kann. Außerdem herrschte Konsens darüber, dass es künftig auch erstmals NGOs ermöglicht werden soll, die Umsetzung transparent und lückenlos zu überprüfen. Ein zweiter Gipfel, der für Herbst dieses Jahres angesetzt wurde, soll in Folge sicher stellen, dass in Zukunft jeglicher Import von Atomstrom gesetzlich verboten wird. Über den Sommer werden Arbeitsgruppen eingesetzt, die das zweite Gipfeltreffen inhaltlich vorbereiten.

Rückfragehinweis:

Simonne Baur, Pressesprecherin GLOBAL 2000, Tel.: +43-699-14200023

Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, Tel.: +43-664-6126718