Meilenstein für Umweltschutz: Handelskette thematisiert erstmals Spritzmittelbelastung bei Obst und Gemüse

(Wien, 16. April 2010). Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat aufgrund der großen Pestizidbelastung von konventionellem Obst und Gemüse 2002 das PestizidReduktionsProgramm (PRP) entwickelt. Die REWE Group (Billa, Merkur, Penny, Adeg) ist die erste Handelskette, die das GLOBAL 2000-PRP umsetzt. „Jetzt, im April 2010, gibt es erstmals eine Kommunikationsoffensive zum Thema Pestizide. War es zu Beginn des Projekts für den Handel noch undenkbar, die brisante Thematik anzusprechen, so ist jetzt die Information über die Spritzmittelbelastung bei Obst und Gemüse erstmals Teil der Kommunikation, und das in Fernseh- und Radiowerbespots und auf Plakate in den Filialen“, berichtet Dr. Klaus Kastenhofer, Geschäftsführer von GLOBAL 2000. “Dieses öffentlich Bewusstmachen eines Umwelt- und Gesundheitsproblems ist ein wesentlicher Schritt zu einer positiven Veränderung“, so Kastenhofer.

Gesündere Umwelt, gesündere Produkte

Ein erheblicher Anteil des im Handel erhältlichen konventionellen Obst und Gemüses ist mit Pestiziden belastet. Bei einigen Produkten liegen die Pestizidbelastungen sogar über den gesetzlich geregelten Höchstwerten, mehrere Wirkstoffe auf einem Produkt - sind keine Seltenheit. „Das PRP ist ein Projekt zur nachhaltigen Senkung des Pestizideinsatzes in der konventionellen Landwirtschaft. Wir konzentrieren uns dabei vor allem auf Problemprodukte wie Salat, Paprika, Kräuter und Trauben“, erklärt Gina Philipp, Ernährungswissenschaftlerin und Leiterin des PRP bei GLOBAL 2000. Durch das PRP konnte die Pestizidbelastung dieser Produkte bereits merklich reduziert werden. Spanische Paprika waren noch vor einigen Jahren für ihre hohe Pestizidbelastung bekannt. Aufgrund des PestizidReduktionsProgramms suchten die ProduzentInnen gemeinsam mit GLOBAL 2000 nach Alternativen . Veränderte Pflanzenschutzmaßnahmen wie u.a. der Einsatz von Nützlingen, führten zur Reduktion der Pestizideinsatzes und damit verbunden zu einer Reduktion der Pestizidrückstände im Produkt.

Stufenweise Pestizidreduktion - Bei Überschreitung: Sperre

Die AgrartechnikerInnen des PRP haben eigene Höchstwerte – PRP-Obergrenzen – festgelegt, die sich nach gesundheitlichen Gesichtspunkten richten und die besondere Empfindlichkeit von Kindern gegenüber Pestiziden berücksichtigen. Die PRP-Obergrenzen sind zumeist viel strenger als die gesetzlichen Höchstwerte. “Die Pestizidbelastung von Lebensmitteln dauerhaft zu senken, ist ein sehr umfangreiches Projekt. Damit sich die ProduzentInnen auf die strengen Anforderungen des PRP einstellen können, senken wir die PRP-Grenzwerte schrittweise über mehrere Jahre hinweg. Begleitend dazu arbeiten wir eng mit den LieferantInnen und ProduzentInnen zusammen“, so Philipp. Dabei kontrolliert GLOBAL 2000 wöchentlich, stichprobenartig, ob die PRP-Anforderungen bei Obst und Gemüse eingehalten werden. Erfahrungsgemäß stärker belastete Produkte werden häufiger kontrolliert. REWE Group und den LieferantInnen können wir dadurch laufend detaillierte Informationen über die Qualität ihrer Produkte zur Verfügung stellen. „Wenn ein bestimmtes Produkt wiederholt die PRP-Obergrenzen überschreitet, wird es von GLOBAL 2000 gesperrt. Das bedeutet, dass der Lieferant sein Produkt solange nicht liefern darf, bis er die strengen PRP-Kriterien wieder erfüllt werden“, erklärt Philipp.

Wertvolle Datensammlung und Erfahrungswissen

Seit Beginn des Programms wurden über 5000 Proben gezogen und ausgewertet. Diese Untersuchungsergebnisse bilden die Grundlage für die stufenweise Pestizidreduktion. Durch Beratungsgespräche, Kooperationen und Forschungsprojekte wird das PRP ständig weiterentwickelt und verbessert.

Bessere Arbeitsbedingungen

„Die Einhaltung der PRP Obergrenzen erfordert einen gezielteren und sorgfältigeren Umgang mit Pestiziden. Dadurch verringern sich Häufigkeit und Dauer des Kontakts mit den gesundheitsschädlichen Substanzen. Damit verbessert das PRP auch die Arbeitssituation der ProduzentInnen“, so Philipp abschließend.

 

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20, Simonne Baur, Tel.: 0699/14 2000 23, E-Mail: presse@global2000.at