"Das gestern vom Land Kärnten einberufene Gipfelgespräch zur Bewältigung der HCB-Belastung im Görtschitztal dürfte zwar den einen oder anderen  positiven Denk- und Handlungsanstoß gebracht haben", kommentiert GLOBAL 2000 Umweltchemiker DI Dr. Helmut Burtscher die von  Gesundheitslandesrätin Dr. Beate Prettner Medienberichten zufolge im Anschluss an den Gipfel angekündigten strengeren Grenzwerte bei Fleisch:  "Entscheidend sind allerdings die konsequente Umsetzung der Maßnahmen mit einem engmaschigen Netz an verpflichtenden Kontrollen und die sachliche Aufklärung der Bevölkerung", sagt Burtscher.

MedUni Wien: Grenzwert darf nicht zu "Lex Görtschitztal" werden

Wie GLOBAL 2000 in einem Offenen Brief an das Land Kärnten ausführte, ist der derzeitige EU-Grenzwert für HCB in Fleisch deshalb so hoch, weil bei der  2008 erfolgten EU-weiten Harmonisierung der Pestizidgrenzwerte ein Übertragungsfehler passierte. Dadurch wurde er z.B. für Schnitzelfleisch um das  50-fache angehoben. Er ist daher weit davon entfernt, ein "sicherer Grenzwert" zu sein. Daher ist es wichtig, dass der von der MedUni Wien vorgeschlagene sichere Grenzwert, der um den Faktor 100 unter dem EU-Grenzwert liegt, nicht zu einer reinen "Lex Görtschitztal" wird, der nur für Direktvermarkter, Selbstversorger und Buschenschanken gilt. Er muss für jedes HCB-belastete Fleisch gelten, das in Verkehr gebracht wird. Hier besteht   dringender Handlungsbedarf, weshalb GLOBAL 2000 die vom Gesundheitsministerium für 3. November anberaumte Expertenrunde zu dieser Causa begrüßt.

Wiedereinführung der allgemeine Untersuchungspflicht dringend notwendig

Positiv bewertet GLOBAL 2000 die gestrige Ankündigung einer verstärkten Kommunikation samt Überarbeitung der HCB-Info-Homepage des Landes, um  dem erhöhten Informationsbedürfnis der Bevölkerung gerecht zu werden. "Bedauerlich ist hingegen, dass dieWiedereinführung der Untersuchungspflicht für Schlachttiere im Görtschitztal bei der Pressekonferenz offensichtlich kein Thema war", sagt Burtscher. "Gerade diese Maßnahme wäre aber die  Voraussetzung dafür, ein Gesundheitsrisiko durch HCB-Fleisch im und außerhalb des Görtschitztals auszuschließen. Das wurde uns gegenüber im persönlichen Gespräch bereits mehrfach zugesagt." Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000,die auf Einladung des Landes am "Gipfelgespräch"  teilnahm, wurde übrigens über die anschließende Pressekonferenz nicht informiert. Nicht eingeladen zum HCB-Gipfel wurden VertreterInnen der Bürgerinitiative "Rettet das Görtschitztal", deren Obfrau Isa Priebernig vom Büro Prettner auch die Teilnahme als "stille Zuhörerin" verweigert wurde.

Görtschitztaler demonstrieren diesen Samstag in Wien

"Wir wollen ehrlich informiert werden und wir wollen gehört werden. Denn es geht um eine gesunde Zukunft für die Menschen, insbesondere für unsere  Kinder im Kärntner Görtschitztal", ruft die Bürgerinitiative "Rettet das Görtschitztal" kommenden Samstag, 17. Oktober zu einem Protestmarsch samt  Aufklärungsarbeit mit Heiliger Messe und Gebet in Wien auf. Treffpunkt ist am Georg-Coch-Platz gegenüber dem Lebensministerium im ersten Bezirk. Um 11 Uhr marschieren die Demonstrantinnen und Demonstranten in Richtung Stephansplatz. Nach einer kurzen Ansprache und Info beginnt um 12 Uhr im Stephansdom eine Heilige Messe. Diese wird von Kärntner Vereinen mitgestaltet, es werden Fürbitten für die Menschen im Görtschitztal vorgebracht.

Nach dem Gottesdienst lädt die Bürgerinitiative zu einer Agape und Aufklärungsveranstaltung ins "Pfarr-Cafe" im Churhaus zu St. Stephan (Stephansplatz 3) ein. Bis Sonntag, 18. Oktober wird es im Churhaus noch laufende Infos und eine Ausstellung über die Situation im Görtschitztal geben. "Die Menschen im Görtschitztal haben das Recht, dass das HCB-Problem, welches nicht sie verursacht haben, sauber und ehrlich von den Verantwortlichen gelöst wird", so Burtscher abschließend.