Proteste der UmweltschützerInnen bewirken Umdenken - EU muss Etikettenschwindel unterbinden

Wien (16. April 2010).  Unmengen an Regenwald sollten der Monokultur Ölpalm-Plantage zum Opfer fallen und dann offiziell als Wald gelten. Nach heftigen Protesten von UmweltschützerInnen hat das indonesische Forstiministerium diese Woche von dieser Initiative Abstand genommen. "Durch die Kennzeichnung der Ölpalm-Plantagen als Wald würde das Abholzen von Urwäldern als nachhaltige Nutzung gelten. Dies hätte die internationalen Bemühungen zum Schutz der Wälder ad absurdum geführt und Türen geöffnet, um die Umwandlung von Regenwald in Plantagen über Klimaschutzinstrumente auch noch finanzieren zu lassen", so Birgit Zimmerle, Regenwald-Expertin von GLOBAL 2000. Die UmweltschützerInnen fordern nun gemeinsam mit ihrer indonesischen Partnerorganisation WALHI auch die schon existierenden Plantagen zu überprüfen, weil es hier schon zu illegalen Rodungen gekommen ist.

Auch die EU will laut einem Anfang 2010 bekannt gewordenen Kommissions-Entwurf Ölpalm-Plantagen als Wald definieren. "Eigentlich sollten EU-Richtlinien die Zerstörung der wertvollen Wälder verhindern. Diese skandalösen Versuche der Umetikettierung bergen verheerende Auswirkungen auf das Klima, die Artenvielfalt und die Menschen. Die EU muss die Entscheidung der indonesischen Regierung zum Anlass nehmen und die eigenen Pläne revidieren", so Zimmerle.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20, Simonne Baur, Tel.: 0699/14 2000 23, E-Mail: presse@global2000.at