Start des WeltRessourcenForum in Davos – GLOBAL 2000 und SERI im Diskurs mit internationalen EntscheidungsträgerInnen

Wien (6. Juli 2009). Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und das Sustainable Europe Research Institute (SERI) präsentieren heute auf dem WeltRessourcenForum (WRF) in Davos den Report 'Ohne Maß und Ziel? Über unseren Umgang mit den natürlichen Ressourcen der Erde'. Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen ist eine der größten Herausforderungen der Gegenwart. Um weiterhin gut auf der Erde leben zu können, muss sich der Lebensstil der Menschheit ändern, so die nüchterne Bilanz der beiden Organisationen. „Wir müssen die fragilen Ökosysteme unserer Erde schützen, weil sie unsere Lebensgrundlage sind. Es ist von zentraler Bedeutung, dass die Menschen beginnen, sich mit der Ressourcennutzung und deren weltweiten ökologischen und sozialen Folgen auseinander zu setzen. Unser Bericht soll hierfür als Grundlage dienen“, so Mag.a Lisa Kernegger, Ressourcensprecherin von GLOBAL 2000.

Der Report informiert über aktuelle Trends europäischer und globaler Ressourcennutzung und analysiert anhand von Fall-Studien – wie etwa der Ölgewinnung in Nigeria oder dem Kupferabbau in Peru -- die katastrophalen ökologischen und sozialen Folgen der menschlichen Ressourcenausbeutung.

Heute verbraucht die Menschheit jährlich etwa 60 Milliarden Tonnen an Rohstoffen – das ist um etwa 50 Prozent mehr als noch vor 30 Jahren. "Jede Österreicherin, jeder Österreicher verbraucht pro Tag etwa 60 Kilogramm an Ressourcen", so SERI-Projektleiter Dr. Stefan Giljum. "Ein beträchtlicher Teil davon kommt aus dem Ausland. Langfristig aufrecht zu erhalten wäre ein Verbrauch von etwa 15 Kilogramm pro Person und Tag." Dieser stetig wachsende Konsum der Menschen verursacht ernsthafte Schäden. Das Klima verändert sich; Trinkwasserreserven, Fischbestände und Wälder schrumpfen; fruchtbares Land wird zerstört und Tier- und Pflanzenarten sterben aus. “Mit unserem Handeln beschneiden wir unsere Lebensgrundlage. Ohne radikale Kursänderung verbauen wir uns die Möglichkeit, auf die Herausforderungen der Zukunft reagieren zu können“, warnt Kernegger von GLOBAL 2000.

Der Report belegt, dass Europa Ressourcen-Import-Weltmeister ist. Österreich importiert jedes Jahr rund 33 Millionen Tonnen mehr Ressourcen, als es exportiert. „Dieses Ungleichgewicht wird zunehmend zu einem wirtschaftlichen Problem werden, das auf unser Wirtschaftswachstum drückt“ erklärt SERI-Ökonom Dr. Friedrich Hinterberger. „Den Ressourcenverbrauch zu reduzieren ist daher nicht nur aus ökologischer und sozialer, sondern auch wirtschaftlich Sicht das Gebot der Stunde".

GLOBAL 2000 und SERI treffen beim WeltRessourcenForum in Davos mit anderen WissenschaftlerInnen, PolitikerInnen und WirtschaftsakteurInnen zusammen, um praktische Schritte für ein nachhaltiges Wirtschaften zu definieren. Höhere Rohstoffpreise scheinen den österreichischen Organisationen unvermeidbar, um den verschwenderischen Umgang mit Rohstoffen zu beenden. Als Sofortmaßnahme wäre eine verbindlich steigende Recyclingquote oder auch ein Verbot von Einweggebinden denkbar. „In Österreich muss Umweltminister Berlakovich dafür sorgen, dass wir nicht mehr als den uns zustehenden Anteil der weltweiten Ressourcen verbrauchen. Aber auch Unternehmen und KonsumentInnen müssen ressourcensparender produzieren bzw. konsumieren“ so Kernegger abschließend.

src="module/cms/admin/image/placeholder_pdf.png" Ohne Maß und Ziel? Über unseren Umgang mit den natürlichen Ressourcen der Erde. Report von GLOBAL 2000/SERI

 

Weitere Informationen: GLOBAL 2000 Presse: Jens Karg, Tel.: 0699/14 2000 20, E-Mail: presse@global2000.at

GLOBAL 2000 Ressourcensprecherin: Lisa Kernegger, Tel.: 0699/142000 22, E-Mail: lisa.kernegger@global2000.at

SERI-Ökonom Dr. Friedrich Hinterberger, Tel.: 0699/1969 07 28, E-Mail: friedrich.hinterberger@seri.at