Wien, 5.7.2013: TEPCO, Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima, will nun einen Antrag auf ein Wiederhochfahren seiner weiteren Reaktoren in einem anderen Gebiet Japans stellen. Patricia Lorenz, Atomsprecherin von GLOBAL 2000, ist alarmiert: „Man kann nur hoffen, dass die Aufsichtsbehörde keine Genehmigung erteilt. Nur zwei Jahre nach der Katastrophe von Fukushima ist es einfach nicht glaubwürdig zu behaupten, dass das gesamte Nukleare Aufsichtssystem und die Sicherheitskultur in Japan bereits so verbessert worden wären, dass Atomkraftwerke an den wohl riskantesten Standorten der Welt sicher betrieben werden können.“

Das von TEPCO nun für das Wiederanfahren vorgesehene Atomkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa ist nicht nur das weltgrößte (sieben Reaktoren mit einer Leistung von über 8.000 Megawatt), sondern auch eines der am stärksten von Erdbeben gefährdeten – bereits wiederholt kam es in der Region zu schweren Erschütterungen der Erde: 2004 erreichte ein Beben den Wert 6,9 auf der Richterskala, 40 Menschen starben, 6000 Häuser in der Präfektur Niigata wurden zerstört. 2007 kam es zu einem ähnlichen Beben: Bei den Notabschaltungen entstanden am Atomkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa schwere Schäden, Brände und Austritte von radioaktivem Wasser. Lorenz erzählt: „Es ist besteht keine Einigkeit, dass keine stärkeren Beben möglich wären, immer wieder treten renommierte Geologen an die Öffentlichkeit und informieren über bewusste Vertuschung von aktiven Brüchen etwa unter dem AKW Kashiwazaki-Kariwa.“

Zusammen mit den Alterungsfaktoren ergibt sich eine riskante Kombination: Der erste Reaktor an diesem Standort ist bereits seit 1985 in Betrieb, erreicht somit in zwei Jahren das Lebensdauerende und sollte gar nicht mehr angefahren werden. „Dass die Sicherheitskultur nach Fukushima nicht radikal geändert wurde, zeigt der Betreiber TEPCO selbst während der Aufräumarbeiten nach Fukushima, wo immer wieder vertuscht und beschönigt wurde“, sagt Lorenz abschließend.