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Neuer Mechanismus zu Regenwaldschutz birgt viele Schlupflöcher

Wien (2. Dezember 2008). Eines der großen Themen der im Moment laufenden Weltklimakonferenz im polnischen Poznan ist die Frage, wie die großen Waldgebiete der Erde geschützt werden können. Jedes Jahr verschwinden geschätzte 13 Millionen Hektar Wald und die Entwaldung ist für rund 18 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Unter dem Stichwort REDD diskutieren die Staaten nun über neue Mechanismen, die die Entwaldung stoppen sollen.

GLOBAL 2000 hat mit seinem Netzwerk Friends of the Earth in einem neuen Report das „REDD-Konzept" kritisch analysiert - mit erschreckenden Ergebnissen: Statt echtem Wald- und Klimaschutz, Erhalt der Biodiversität und der Wahrung der Rechte indigener Völker könnte REDD vielmehr ein Instrument zum billigen Freikauf von Klimaschutzverpflichtungen und zur Belohnung von Waldzerstörern werden. Denn diejenigen, die schon bisher nachhaltige Waldwirtschaft betrieben haben sind von der Finanzierung durch den Mechanismus wahrscheinlich ausgeschlossen. Dies betrifft nicht zuletzt eben indigene Völker, die seit Jahrhunderten im Einklang mit der Natur leben.

Silva Herrmann, Klimaschutzsprecherin von GLOBAL 2000: „Wir brauchen echten Waldschutz. Keinesfalls darf und kann dies aber durch Regenwaldschutz-Zertifikate erreicht werden, die die Industriestaaten für einen billigen Freikauf von heimischen Klimaschutzverpflichtungen benutzen dürfen. Die Lösung liegt vielmehr in der Reduktion des Bedarfs an den Produkten, die den Wald zerstören, nämlich Agrotreibstoffe, Sojaanbau zur Fleischproduktion, Tropenholz und andere Waldprodukte. Gleichzeitig muss die nachhaltige Nutzung des Waldes attraktiv sein. Dafür fordern wir einen Waldschutz-Fonds, in den die Industriestaaten einzahlen und aus dem Waldschutz unabhängig von Zertifikatsmärkten unter Wahrung der Rechte der Indigenen und zum Schutz der Biodiversität finanziert wird."

Den Report finden Sie unter: http://www.foei.org/en/publications/pdfs/redd-myths-exec


Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, presse@global2000.at

GLOBAL 2000 Klimaschutzsprecherin : Silva Herrmann, Tel.: 0699/14 2000 17