Wien, 21.8.2013: GLOBAL 2000 ist sehr erfreut, dass die jahrzehntelange Arbeit gegen das Atomkraftwerk in Mochovce nun einen wesentlichen Schritt weiter ist und der Oberste Gerichtshof der Slowakischen Republik anerkannt hat, dass die Bürgerbeteiligung bei den entscheidenden Genehmigungen für die Bauänderungen notwendig gewesen wäre. Ebenso erfreut ist GLOBAL 2000 über die Forderung nach einer neuen Umweltverträglichkeitsprüfung. Patricia Lorenz, Atomexpertin bei GLOBAL 2000, warnt jedoch: "Die erste Reaktion der zuständigen Behörde, der slowakischen Nuklearaufsicht UJD, trübt die Freude etwas: Es werden Monate, wenn nicht sogar Jahre nötig werden, bis ein Baustopp wirklich ergeht. Doch dieses Urteil gibt uns jetzt Zeit und Munition, wieder durch hartnäckiges Lobbying sowohl bei den europäischen Institutionen als auch in der Slowakischen Republik selbst dieses Projekt weiter zu verzögern. In Kombination mit den ernsten Finanzierungsproblemen und offenen Sicherheitsfragen, die auch der EU-Stresstest zeigte, kann dies zum Sargnagel der veralteten Reaktoren werden", sagt Lorenz.

Für die Zukunft betont Lorenz, dass Österreich als Nachbarland Anspruch auf Beteiligung an der Umweltverträglichkeitsprüfung hat: "Diese neue UVP wird gemäß ESPOO-Konvention grenzüberschreitend abgehalten werden müssen. Wir werden sicherstellen, dass auch Österreich beteiligt wird und österreichische BürgerInnen ihre Einwendungen machen können. Außerdem werden wir das Thema Sicherheitsniveau neu untersuchen, denn auch da muss ein weiterer Sicherheitsbericht vom Betreiber zur Verfügung gestellt werden. Denn was passiert, wenn es in einem veralteten Atomkraftwerk zum GAU kommt, sehen wir gerade immer noch eindrücklich in Fukushima", sagt sie abschließend.