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GLOBAL 2000 warnt vor Gentech in Futtertrögen- 550.000 Tonnen Risiko-Soja landen jährlich in Österreich

Wien (14. Jänner 2009) Eine aktuelle französische Studie der Universität Caen zeigt, dass Rückstände des Glyfosat-Herbizids Roundup, die bei den meisten auf dem Markt befindlichen Gentech-Lebens- und Futtermitteln nachweisbar sind, bei menschlichen Zellen schädlich und sogar tödlich wirken können – selbst bei sehr niedrigen Mengen. „Wir haben hier eine weitere Studie die belegt, dass durch Gentech-Pflanzen die Gesundheit von Mensch und Tier gefährdet wird. Minister Stöger muss deshalb umgehend den Einsatz von Gentech-Futtermitteln in Österreich unterbinden“, so Jens Karg, Gentech-Sprecher der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. „Überfällig ist außerdem, gentechfreie Futtermittel in den Kriterienkatalog für das österreichische Gütesiegel der AMA aufzunehmen.“

Unter dem Handelsnamen „Roundup“ vertreibt der Chemiekonzern Monsanto das Totalherbizid. Das französische ForscherInnen-Team um Prof. Eric Seralini untersuchte die Wirkung von vier Herbiziden in der Zusammensetzung des Monsanto-Produktes auf unterschiedliche menschliche Zellgruppen. Trotz einer 100.000-fachen Verdünnung führte der Einsatz zu einem völligen Zellsterben innerhalb von 24 Stunden, er blockierte die Zellatmung und verursachte DNA-Schäden. Rückstände in dieser Konzentration sind nach EU-Gesetzgebung aber für Lebens- und Futtermittel erlaubt. „In österreichischen Futtertrögen landen jährlich ca. 550.000 Tonnen Gentech-Soja. Die französische Studie zeigt, dass in der Gentech-Causa auch in Österreich akuter Handlungsbedarf besteht. Die Konsumentinnen und Konsumenten dürfen nicht durch mangelhaft geprüfte Risikoprodukte einer Gefährdung ausgesetzt werden“, so Karg.

Nach den Ergebnissen der österreichischen und einer weiteren italienischen Fütterungsstudie zu Gentech-Mais im vergangenen November ist das ein weiterer Beleg für die Risiken von Gentech-Pflanzen, die sich schon auf dem europäischen Markt befinden. Im vorliegenden Fall ist der Schaden zwar „indirekt“ – aber er ist nichtsdestoweniger kausal, da die meisten Gentech–Pflanzen, die für Lebens- oder Futtermittel verwendet werden, auf oder über dem untersuchten Niveau Rückstände enthalten.
Diese Studien zeigen, dass das europäische Zulassungsverfahren die KonsumentInnen nicht vor den Risiken der Gentechnik schützt. „Die europäischen Sicherheitskontrollen sind löchrig wie ein Schweizer Käse. Bis das Verfahren geändert wurde, so dass Risiken für Mensch, Tier und Umwelt ausgeschlossen werden können, hilft nur ein Verbot der Gentech-Pflanzen“, so Karg.

 

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Gentechnik-Sprecher Jens Karg 0699/14 2000 20
GLOBAL 2000 Presse: Ruth Schöffl 0699/14 2000 19, presse@global2000.at