Wien, am 23. Oktober 2015 – Heute geht die letzte Vorbereitungsrunde in Bonn für die entscheidende Klimakonferenz in Paris zu Ende. Eine neue Studie zeigt jetzt, dass vor allem entwickelte Industrienationen ihren fairen Beitrag noch nicht leisten. GLOBAL 2000-Klimasprecher Johannes Wahlmüller: „Es ist zwar positiv, dass mittlerweile darüber diskutiert wird, die globale Erwärmung auf weniger als 1,5 Grad einzudämmen, aber in den nationalen Klimaschutzplänen sind nicht einmal genug Maßnahmen enthalten, um die Erwärmung auf unter zwei Grad zu halten. Vor allem die entwickelten Industrienationen müssen eine Vorreiterrolle einnehmen und ihre Zusagen nachbessern!“

Industrienationen leisten keinen fairen Anteil

Eine Studie, im Auftrag einer breiten zivilgesellschaftlichen Allianz, hat die bestehenden Zusagen unter die Lupe genommen. Eine Zusammenfassung wurde bereits jetzt in Bonn präsentiert, die vollständige Studie wird in wenigen Wochen in Paris vorgestellt. Darin zeigt sich, dass es bereits bis zum Jahr 2030 weltweit Reduktionen im Ausmaß von 30,8 Mrd. Tonnen CO2 braucht. Damit könnte die globale Erwärmung mit einer Wahrscheinlichkeit von 66 Prozent unter zwei Grad gehalten werden, wobei dann sogar eine Chance besteht, die Erwärmung noch auf unter 1,5 Grad zu halten. Zugesagt sind aber nur Reduktionen im Ausmaß von 13,8 Mrd. Tonnen CO2, davon kommen 5,5 Mrd. Tonnen von entwickelten Industrienationen und 8,3 Mrd. Tonnen von Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Studie kommt zum Schluss, dass vor allem entwickelte Industrienationen ihren fairen Anteil nicht leisten: So leistet Japan nur 10 Prozent seines fairen Anteils, die USA etwa ein Fünftel und die EU etwas mehr als ein Fünftel. „Damit es ein faires Abkommen in Paris geben kann, braucht es sowohl eine Verstärkung der Anstrengung von entwickelten Industrienationen als auch Unterstützung für Entwicklungsländer. In der EU sind Treibhausgasreduktionen von 60 Prozent und mehr machbar. Nur so kann es gelingen, das Ruder noch herumzureißen“, so Johannes Wahlmüller abschließend.